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14.02.2018

Künstliche Intelligenz findet Gründe für Spielsucht

Italienische Wissenschaftler haben festgestellt, dass algorithmische Persönlichkeitsbilder zuverlässige Vorhersagen liefern.

Mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich die Entstehungsgründe von Spielsucht untersuchen, wie Forscher des Istituto di Bioimmagni e Fisiologia Molecolare in Zusammenarbeit mit Kollegen der Università dellla Calabria meinen. Danach wird die krankhafte Neigung zu Glücksspielen von einer Reihe genetischer, neurobiologischer und verhaltensmäßiger Faktoren verursacht.

Glücksspieler verlieren nicht nur große Geldsummen, sondern meist auch die Kontrolle über ihr Tun und das Vertrauen des familären Umfeldes. Genetische und zerebrale Fehlfunktionen, verbunden mit Sozialfaktoren wie Armut oder psychischen Traumata, würden zu einem Persönlichkeitsprofil führen, das sie gegenüber den Versuchungen des Glücksspiels besonders anfällig mache.

Daten von 100 Probanden ausgewertet

„Diese Aspekte sind zwar seit längerem bekannt, jedoch bislang nicht durch Techniken der KI untermauert worden“, erläutert Projektleiter Antonio Cerasa.

Zur Versuchsdurchführung wurden neben den Daten von 60 Normalpersonen die von 40 Probanden eingegeben, die regelmäßig an Slotmaschinen standen oder an Lotterie- und Kartenspielen teilnahmen. Um die Gesunden von den Kranken bestmöglich zu unterscheiden, wurden mithilfe des KI-Algorithmus insgesamt 30 Grundkriterien der menschlichen Persönlichkeit untersucht.

Zuverlässige Vorhersagekriterien möglich

Den Forschern zufolge zeichnete sich danach die Gruppe der Glücksspieler von den „Normalen“ vor allem durch eine geringere mentale Offenheit, wenig Selbstbewusstsein, geringes Vertrauen in Mitmenschen, die ständige Suche nach positiven Empfindungen, den Hang zu Depressionen und eine erhöhte Impulsivität aus. Diese Charakterzüge erwiesen sich bei acht von zehn pathologischen Glücksspielern als signifikant.

„Die mit dem Persönlichkeitsprofil zusammenhängenden zerebralen Fehlfunktionen können als zuverlässige Vorhersagekriterien für psychische Störungen, aber auch neurologische Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer dienen“, sagt Cerasa. So würden bei einem extrovertierten Menschen für bestimmte kognitive Leistungen andere Gehirnregionen als bei einem introvertierten Menschen genutzt. Gleiches gelte für übertrieben ängstliche oder impulsive Menschen im Vergleich zu emotional stabilen Zeitgenossen. Einzelheiten sind in der internationalen Fachzeitschrift „Journal of Neuroscience Methods“ nachzulesen.



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