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08.03.2017

Online-Glücksspieler vom Staat im Stich gelassen

Laut aktuellem Glücksspielstaatsvertrag ist Online-Glücksspiel in Deutschland verboten, denn der Staatsvertrag sieht keine bundesdeutschen Online-Casino Lizenzen vor. Nur wenige Ausnahmen mit einer Lizenz aus Schleswig-Holstein sind – beschränkt auf dieses Bundesland – zugelassen. Dennoch geben 36 Prozent der Bundesbürger an, in den letzten zwölf Monaten an einem Online-Glücksspiel um Geld (Poker, Black Jack, Baccara, Roulette oder Automatenspiel) teilgenommen zu haben. So lauten zumindest die Ergebnissen einer Befragung für das aktuelle Glücksspielbarometer, das die Mainzer Academic Board Smartcon GmbH im Auftrag von Löwen Entertainment erstellt.

36 Prozent spielen online

Online-Glücksspieler setzen sich nicht nur Risiken durch unseriöse Anbieter aus, sondern laufen schnell Gefahr, sich strafbar zu machen. Doch Unrechtsbewusstsein ist kaum vorhanden, denn nur sieben Prozent der Befragten wissen, dass Casinospiele wie Roulette, Poker oder Black Jack im Internet verboten sind. Nur fünf Prozent halten Automatenspiele im Internet um Geld für verboten. Alle anderen sind überzeugt, dass Online-Glücksspiele entweder grundsätzlich erlaubt oder nur noch nicht staatlich geregelt sind.

Kein Unrechtsbewusstsein

Die Regulierungslücke lässt Online-Spieler im Zweifelsfalle in die Falle tappen: Niemand schützt sie, wenn unseriöse Anbieter von einem Tag auf den anderen vom Markt verschwinden und zum Beispiel keine Guthaben mehr auszahlen.

Online-Glücksspiel ist zunehmend überall und zu jeder Zeit verfügbar, und das ohne jeglichen Verbraucherschutz. Je nach Spielform nutzen bereits heute bis zu 50 Prozent neben stationären Geräten auch Smartphone und Tablet, um ihre Geldeinsätze online zu tätigen. Sie setzen dabei Geldbeträge von durchschnittlich 18,42 Euro pro Spielsession ein. Obergrenzen für Einsätze und Gewinne sowie feste Gewinnquoten gibt es im unregulierten Reich der Online-Casinos nicht. Zertifizierte und regulierte Spielhallen mit professionellen Spielerschutzkonzepten müssen dagegen schließen.

Laut Glücksspielbarometer 3/2016 wünschen sich 94 Prozent der Befragten eine verpflichtende professionelle Alterskontrolle auch für das Online-Glücksspiel. Das wäre auch aus Sicht von Suchtexperten eine sinnvolle Maßnahme, die sich aber nur im Rahmen einer Legalisierung und einer bundesweiten, beziehungsweise EU-weiten Regulierung umsetzen ließe.

Repräsentative Befragung

Für das Glücksspielbarometer wurden von der Smartcon GmbH in Mainz im Auftrag der Löwen Entertainment im Januar 2017 insgesamt 1004 Online-Interviews geführt. Die Stichprobe war dabei repräsentativ für die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland. 661 Teilnehmer der Online-Umfrage hatten mindestens einmal in den letzten 12 Monaten am Glücksspiel teilgenommen, 343 Teilnehmer hatten dies in den letzten 12 Monaten vor der Befragung nicht getan.



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