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01.02.2016

Bundesweite Durchsuchungsaktion wegen mutmaßlicher Manipulation an Geldspielgeräten

Bei einer bundesweiten Durchsuchungsaktion stellte die Polizei mutmaßlich Manipulationssoftware sicher. Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de.

Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Kiel und des Landeskriminalamts (LKA) Schleswig-Holstein wurden am 28. Januar 2016, in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Saarland und Berlin zeitgleich 114 Durchsuchungsbeschlüsse für Wohn- und Geschäftsräume vollstreckt. „An der Durchsuchungsaktion waren fast 650 Polizisten beteiligt“, teilt das LKA in einer Pressemitteilung mit.

Einer bundesweit agierenden Tätergruppe wird vorgeworfen, sich erhebliche Gewinne dadurch verschafft zu haben, dass sie in großem Umfang Geldspielautomaten eines namhaften Spielautomatenherstellers manipuliert hat.

Laut der „Wirtschaftswoche“ gehört Löwen Entertainment zu den geschädigten Automatenherstellern. „Wie viele Geräte von Löwen betroffen sind, dazu macht das Unternehmen keine näheren Angaben. Löwen Entertainment betont jedoch, dass Glücksspielgeräte, auf denen die aktuelle Software installiert ist, nicht von den Manipulationen betroffen ist“, heißt es in der „Wirtschaftswoche“.

Tätergruppe agierte wohl aus Schleswig-Holstein

Die aus Schleswig-Holstein agierende Tätergruppierung soll dem LKA Schleswig-Holstein zufolge seit Jahren aktiv und arbeitsteilig tätig sein. Sie soll illegale Software aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt haben, um sie für den deutschen Markt für Geldspielgeräte nutzbar zu machen und im gesamten Bundesgebiet zu vertreiben.

Umfangreiche Ermittlungen haben ergeben, dass die Tatverdächtigen über ein bundesweites Netz von Kunden aus dem Bereich von Automatenaufstellern und Spielhallenbetreibern verfügen, die diese illegalen Manipulationen zu ihrem Vorteil einsetzen. Die Durchsuchungen richteten sich sowohl gegen die Vertreiber als auch die Nutzer der Manipulationssoftware.

Manipulationssoftware

Diese Software sei laut LKA Schleswig-Holstein zum einen in der Lage, das Auszahlungsverhalten von Spielautomaten zum Nachteil der Spieler zu verändern. Sie sei auch in der Lage, die Betriebsergebnisse der Geräte nach unten zu manipulieren, wodurch die Steuerpflicht des Spielautomatenaufstellers gegenüber dem Fiskus verringert werde. Zur Höhe der erzielten Gewinne machte das LKA zunächst keine Angaben: „Wir wissen es schlichtweg nicht und wollen nicht spekulieren“, heißt es im Onlineportal der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Neben zwei einsatzbereiten scharfen Schusswaffen in Schleswig-Holstein wurden in allen beteiligten Bundesländern umfangreiche Beweismittel in unterschiedlicher Anzahl beschlagnahmt, darunter auch die gesuchten Speichermedien mit Manipulationssoftware für Geldspielautomaten. Alle Beweise müssen nun gesichtet und einer Bewertung unterzogen werden.

Bislang eine Festnahme

Einer der Hauptverdächtigen in Schleswig-Holstein ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Haft genommen worden. Weitere Festnahmen habe es bei dem Einsatz mit 650 Polizisten am Donnerstag laut shz.de nicht gegeben.

In einem NDR-Beitrag wies Wolfgang Voß, Vorsitzender des Automaten-Verbandes Schleswig-Holstein, auf die Arbeit der „Task Force“ hin. Der Verband verfolge mithilfe von Detektiven Verstöße und bringe diese zur Anzeigenreife.

Deutsche Automatenwirtschaft unterstützt Behörden

Die „Berliner Zeitung“ zitiert Christine Kroke, Pressereferentin des Dachverbandes Die Deutsche Automatenwirtschaft, mit den Worten: „Unsere Branche lebt von dem Vertrauen der Kunden in unsere Zuverlässigkeit. Wenn dieses Vertrauen erschüttert wird, gerät die Basis für das Automatengeschäft ins Wanken.“

Wie jede andere Branche sei die Automatenwirtschaft nicht vor einigen wenigen schwarzen Schafen gefeit, so Kroke. Es sei „existenziell wichtig für die in unseren Verbänden organisierten Unternehmer, die sich an Recht und Gesetz halten, unsere Spieldienstleistung sauber zu halten“, zitiert die „Berliner Zeitung“ Christine Kroke. Die Deutsche Automatenwirtschaft unterstütze die Strafverfolgungsbehörden bei der Aufklärung.



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