Automaten „Marke Eigenbau“

Zwei 50 und 61 Jahre alte Männer stehen vor dem Stuttgarter Landgericht, weil sie zahlreiche Geldspielgeräte ohne Zulassung aufgestellt und damit einen Gewinn von rund 1,7 Millionen Euro gemacht haben sollen. Das berichtet die „Stuttgarter Zeitung“.

Der 60-Jährige war laut Anklage seit 2003 Inhaber einer Firma, die selbst Geldspielautomaten herstellte. Ab 2006 habe der Mann mangels Aussicht auf Erfolg keine Gerätezulassung bei der PTB mehr beantragt, die Geräte aber dennoch weiterhin gebaut und aufgestellt. Mehrfach seien solche Automaten beschlagnahmt worden.

Weitere juristische Konsequenzen hatte das aber offenbar nicht. Der Angeklagte soll weiterhin Geräte ohne Zulassung entwickelt haben. Dafür soll er in Gehäusen von Spielautomaten Computer verbaut haben, die von einem zentralen Server gesteuert und überwacht werden konnten – an den in der Spielverordnung festgelegten Einsatz-, Gewinn- und Verlustgrenzen vorbei.

Ab 2015 boomte das illegale Geschäft offenbar so richtig. Damals soll laut Anklage ein 50-Jähriger dazugestoßen sein, der in Stuttgart für einen Automatenvertrieb im Außendienst arbeitete. Er habe seine Kontakte genutzt, die Automaten mit wertlosen Gutachten versehen und so 102 dieser illegalen Geräte in deutschen Spielhallen und Gastronomiebetrieben platziert.

Nach einem Hinweis im Jahr 2017 flog das Geschäft auf. die beiden Männer wurden Mitte 2018 festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft. Der Prozess soll bis Anfang Juli dauern.