Berlin: Nichts dazugelernt

Der Senat sagt den Wettbüros den Kampf an. Die Landesregierung lässt prüfen, ob bei der Zulassung von Wettbüros die gleichen Kriterien wie für Spielhallen angewandt werden können. Das berichtet die „Berliner Morgenpost“.

„Wir haben uns darauf verständigt auszuloten, welche Möglichkeiten das Land hat, die Anzahl zu reduzieren“, sagte Verbraucherschutzsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Dienstag nach der Senatssitzung. „Wir sind optimistisch, dass so etwas geht.“

Berlin hatte als erstes Bundesland ein Spielhallengesetz verabschiedet, dessen Übergangsfrist 2016 endete. Seither mussten mehr als 100 Spielhallen schließen. Ihr angebliches Glücksspielproblem hat die Stadt damit allerdings in keiner Weise in den Griff bekommen. Künftig soll es deshalb auch für Wettbüros härtere Auflagen geben.

Auch beim Scheitern Vorreiter

„Wir haben die Sorge, dass der Kampf gegen Spielhallen dadurch konterkariert wird, dass in die frei werdenden Standorte Wettbüros einziehen“, sagte Behrendt und verdeutlicht damit ungewollt, dass Berlin auch beim Scheitern Vorreiter ist. Die quantitative Glücksspielregulierung bewährt sich nicht. Die Zahl der Wettbüros ist dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren in Berlin stark angestiegen.

„Mit der Liberalisierung des Glücksspielrechts im Jahr 2012 erhielten zunächst 20 Betreiber die Lizenz für den Betrieb von Wettbüros, in denen vor allem Sportwetten angeboten werden.  Vor zwei Jahren erhielten 15 weitere Anbieter Lizenzen. Künftig könnten es noch weit mehr werden, da die EU-Kommission die Begrenzung auf insgesamt 35 Anbieter in Deutschland kritisiert hat“, schreibt die „MoPo“.