Bildungschancenlotterie ist gestartet

Eine neue Lotterie tritt ein in den deutschen Glücksspielmarkt: die sogenannte „Bildungschancenlotterie“. Diese Lotterie soll laut der „Westdeutschen Zeitung“ Geld für Bildungsprojekte mobilisieren. Die erste Ausspielung fand am 3. Juli statt. Die Lotterie lockt mit Hauptgewinnen im Wert von bis zu zwei Millionen Euro. In dieser Woche könne laut Webseite der Bildungschancenlotterie ein Traumhaus gewonnen werden. Als Initiator wird der Stifterverband genannt, der vor allem Stiftungen aus der deutschen Wirtschaft betreut, die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

"Es gibt noch keine Lotterie für die Bildung", sagt Andreas Schlüter, der Generalsekretär des in Essen angesiedelten Stifterverbands, auf die Frage der „Westdeutschen Zeitung“, warum noch eine weitere Lotterie auf den dicht besetzten Glücksspielmarkt in Deutschland drängen will. Auf der Webseite der Lotterie heißt es: „Die Bildungs-Chancen-Lotterie ist gemäß dem Glücksspielstaatsvertrag eine Soziallotterie. Aus ihren Einnahmen generiert die Lotterie Fördermittel, die Bildungsprojekten der drei Initiatoren sowie ausgewählten Projekten externer Initiativen zugutekommen.“

Konkurrenz zu etablierten Soziallotterien

Mit diesem Ansatz konkurriert die „Bildungschancenlotterie“ mit anderen sogenannten Soziallotterien, wie zum Beispiel „Aktion Mensch“. Armin von Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch werde die Entwicklung der neuen Lotterie genau beobachten: „Jeder neue Anbieter ist ein Wettbewerber und wird von uns sehr ernst genommen.“ Die neue Lotterie werbe schließlich um die gleichen Kunden. „Das darf man nicht unterschätzen“, sagt von Buttlar in der „Westdeutschen Zeitung“.

Für Professor Dr. Tilman Becker, Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim, sind die wirtschaftlichen Aussichten für neue Lotterie-Anbieter nicht sonderlich rosig: „Aktion Mensch und die Deutsche Fernsehlotterie sind seit Jahren etabliert. Da wird es schwer für neue Lotterien. Denn die Etablierten profitierten von ihrer engen Bindung an die Fernsehsender ARD und ZDF.“

Die Initiatoren hoffen auf zehn Millionen Euro Umsatz im kommenden Jahr. Nach etwa zehn Jahren könnten es dann 100 Millionen Euro im Jahr werden.

„Ein Los der neuen Bildungschancenlotterie kostet 15 Euro für vier Wochen, man kann es nur über das Internet kaufen. Der Hauptgewinn beträgt bis zu zwei Millionen Euro, die kleinste Gewinnstufe beginnt bei 50 Euro. Das Geld, das zusammenkommt, wird gedrittelt: Ein Drittel geht in die Gewinne, ein Drittel geht für Steuern, Verwaltung und Organisation drauf und das letzte Drittel geht an Bildungsprojekte“, berichtet „deutschlandfunk.de“.