Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht – BAV steht für maximale Informations- und Präventionskultur

Andy Meindl, Präsident des Bayerischen Automaten-Verbandes (BAV), warnt anlässlich des bundesweiten Aktionstages gegen Glücksspielsucht vor illegalen Fungames und hebt die Informations- und Präventionskultur des BAV hervor.

Am 28. September 2022 findet der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Thematische Schwerpunkte sind in diesem Jahr „Kinder aus glücksspielsuchtbelasteten Familien“ und „Glücksspielwerbung“.

Essenziell sei eine frühzeitige Informations-, Aufklärungs- und Präventionspolitik, erläutert Andy Meindl, Präsident des Bayerischen Automaten-Verbandes (BAV) und Präsident des Bundesverbands Automatenunternehmer (BA). Denn oft könnten Verbraucher qualitativ hochwertige, zertifizierte, legale Spielangebote mit maximalem Spieler- und Jugendschutz von ungeschützten, illegalen Angeboten nicht unterscheiden.

Illegale Fungames auf dem Vormarsch

Und gerade die illegalen, ungeschützten Spiele, die sogenannten Fungames, seien laut Meindl auf alarmierende Weise auf dem Vormarsch. Fungames, die den legalen Geräten meist täuschend ähneln, würden in massiver Weise die gesetzlichen Regelungen zum Schutz der Spielenden unterlaufen.

„Es bestehen hier keinerlei Gewinn- und Verlustgrenzen und auch keine Grenzen für Maximaleinsätze. Da Einsätze von bis zu 500 Euro pro Walzendrehung möglich sind und keine Verlustbegrenzung greift, können Spielende innerhalb eines Zeitraums von vier Stunden bis zu 3 000 Euro verlieren. Zum Vergleich: Bei legalen Geräten würde ein solcher Verlust eine theoretische reine Spielzeit von mindestens 50 Stunden voraussetzen, die jedoch aufgrund der gesetzlich genau vorgeschriebenen Gerätepausen fortwährend unterbrochen wäre. Der maximale Einsatz beim legalen gewerblichen beträgt 2,30 Euro pro Spiel, der maximale Gewinn 400 Euro pro Stunde und der maximale Verlust 60 Euro pro Stunde“, legt Meindl dar.

Keine Spielersperren sowie keinerlei Jugend- und Spielerschutz

Der BAV-Präsident weiter: „Es existieren auch keine Spielersperren sowie keinerlei Jugend- und Spielerschutz.“

Auch die – beim legalen Spiel gesetzlich genau vorgeschriebenen – Spielpausen würden missachtet, entsprechend hoch sei die Gefahr gerade bei spielsuchtgefährdeten Spielenden, Haus und Hof zu verlieren. Diese illegalen Geräte würden sich erschreckend rasant ausbreiten – inzwischen unterwandern circa 70 000 illegale Geräte die circa 210 000 legalen Geldspielgeräte am Markt.

„Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen sind schwerwiegend und liegen auf der Hand: Spielende haben hier keinerlei Schutz und die Gefahr, ein problematisches Spielverhalten zu entwickeln, ist hoch“, sagt der BAV-Präsident. Zudem würden die Gewinne an der Steuer vorbei ausbezahlt.

„Deshalb können wir nicht genug betonen, von welch fundamentaler Bedeutung es ist, den Verbraucher immer und immer wieder kompetent und umfassend zu den Themen ´sicheres Spiel´ und ´professionelle Prävention´ zu informieren“, erläutert Andy Meindl.

Präventionskultur beim Bayerischen Automaten-Verband

Eine Praxis, die beim BAV eine lange Tradition aufweise. Im Rahmen einer starken Präventionskultur sei Bayern zudem bundesweit Vorreiter zum Thema „Zertifizierung“. Bereits rund 85 Prozent aller Spielhallenstandorte in Bayern seien Meindl zufolge zertifiziert. Die Zertifizierung eines Betriebs gewährleiste eine unabhängig geprüfte Qualität sowie die Erfüllung zahlreicher Qualitätskriterien, unter anderem professioneller Spielerschutz, Präventionsschulungen, fachkundig geschultes Personal, Sozialkonzept.

Der Verbraucher profitiere von einem sicheren, legalen und geprüften Angebot des gewerblichen Spiels, der mit Abstand sichersten und am strengsten regulierten Spielform in Deutschland, betont Meindl.