DAW-Vorstandssprecher fordert hartes Durchgreifen gegen illegale Glücksspielanbieter

Georg Stecker betont: "Das legale Spielangebot muss so attraktiv sein, dass es von den Spielgästen auch genutzt wird. Sonst kann es seine Kanalisierungswirkung nicht entfalten."

Georg Stecker, Vorstandssprecher des Dachverbandes Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW), hat bei einem hochkarätig besetzten Panel gemeinsam mit weiteren Experten die aktuelle Situation, die Entwicklung, den Vollzug und weitere Handlungsoptionen bei der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels in den Kommunen diskutiert. Mit ihm nahmen Jürgen Trümper, Geschäftsführer Arbeitskreis gegen Spielsucht, und Christian Benzrath, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Langenfeld, am Panel teil.

„Das wirksamste Mittel gegen Illegalität ist ein ausreichendes und attraktives legales Angebot. Deshalb muss das legale Angebot gestärkt und gegen illegale Anbieter hart durchgegriffen werden“, so Stecker. Weiter führte er aus: „Das legale Spielangebot muss so attraktiv sein, dass es von den Spielgästen auch genutzt wird, sonst kann es seine Kanalisierungswirkung nicht entfalten. Auch Rauchverbote oder Verbote von Speise- und Getränke-Abgaben treiben die Menschen in die Illegalität.“ 

Verschiedene legale Angebote unter einem Dach

Mit Blick auf den Kanalisierungsauftrag, forderte Stecker die Stärkung der legalen Anbieter: „Für ein attraktives Angebot brauchen wir Rahmenbedingungen, die die legalen terrestrischen Angebote stärken. Die Erlaubnis, verschiedene legale Spielangebote unter einem Dach zu vereinen, ist zukunftsweisend. Warum sollte in legalen, ordentlichen Spielhallen mit einem Zugangssystem nicht auch ein Spielschein der staatlichen Lotterien verkauft werden?“

Eine besondere Rolle komme der Zertifizierung zu. Stecker: „Vollzugsbehörden in den Kommunen werden durch eine unabhängige Zertifizierung entlastet; sie sichert die Qualität einer Spielhalle, stärkt den Jugend- und Spielerschutz und macht die Qualität einer Spielhalle auch nach außen hin sichtbar.“

Plädoyer für einen Sachkundenachweis

Auch die Qualifizierung zum Beruf des Automatenunternehmers durch einen Sachkundenachweis ist für Stecker eine zentrale Handlungsoption, um dem illegalen Spiel Herr zu werden. Stecker: „Dadurch können Behörden die Spreu vom Weizen auf Anbieterseite trennen, was wir begrüßen. Der Sachkundenachweis wurde jüngst durch den Glücksspielstaatsvertrag und Umsetzungsgesetze in zahlreichen Ländern gestärkt.“

Das Panel fand am 16. November im Rahmen der vom Behörden Spiegel organisierten Webkonferenz zum Glücksspielwesen statt und wurde von Uwe Proll, Chefredakteur und Herausgeber des Behörden Spiegel, moderiert.