Der DAGV bricht eine Lanze für die Gastronomie-Aufstellung und analysiert den spanischen Markt

Der DAGV-Vorstand mit seinem prominenten spanischen Gast, von links: Pit Arndt, Eduardo Antoja, Elfriede Lauser, Ricardo Miranda und Jörg Meurer.

Ein Merkur Salón de Juegos an der "Platja de Palma" wird von den deutschen Großhändlern besucht.

Visite in einer "Mega Fun Games"-Filiale in Palma. Geldspiel und Sportwetten können hier gemeinsam angeboten werden.

Die Herbstversammlung des Deutschen Automaten-Großhandels-Verbandes (DAGV) in Palma de Mallorca fokussierte auf Themen wie die Stärkung der Gastro-Aufstellung, das überraschend positive, möglicherweise bahnbrechende Urteil des OVG Münster und die speziellen Eigenheiten des spanischen Marktes. Denn in Zeiten von Beschränkungen und Stagnation im heimischen Markt will man den Mitgliedern den Blick über den Tellerrand ermöglichen, betonte der DAGV-Vorstand.

Der spanische Markt – ein spannender, auch schwieriger Markt. Jede Provinz hat ihre eigene Spielverordnung, es gibt Abstandsgebote, die Aufstellung in Bars beziehungsweise in der Gastronomie ist dominierend und die Lizenzen sind oft nur sehr mühselig und mit erheblichen Vorleistungen zu bekommen. Auf der anderen Seite gibt es größere Freiheiten beim Betreiben von Spielhallen, angefangen bei höheren Einsatz- und Auszahlquoten bis hin zu dem erlaubten attraktiven „Pooling“. Pooling, das ist das Betreiben von mehreren Spielformen in einem Objekt, beispielsweise von Geldspiel und Sportwetten. So wie bei den Besichtigungen eines „Merkur Salón de Juegos“ (Gauselmann Gruppe) und einer „Mega Fun Games“-Spielhalle (Thelen Gruppe) in Palma eindrucksvoll zu erleben.

Dem DGAV-Vorstand war es auch gelungen, den Euromat-Ehrenpräsidenten Eduardo Antoja für einen Fachvortrag „The Spanish Gaming Market“, inklusive erschöpfender Diskussion, zu gewinnen.

Beschluss: Image-Kampagne für schwächelnde Gastronomie gefordert

Zu den deutschen Themen. „Das ständige Hin- und Herbuchen vergrault viele Spielgäste“, kritisierte Vorstandsmitglied Elfriede Lauser die Einschnitte in den Spielabläufen nach Einführung der TR 5. Vor allem viele Top-Gäste seien zu Spielbanken und Online-Casinos abgewandert. Auch der Abbau des dritten Gerätes werde die Branchenunternehmen schwächen.

DAGV-Vorsitzender Pit Arndt brach eine Lanze für die Gastro-Aufstellung. Denn: Nach der auf Spielhallen fokussierten Schweinsteiger-Kampagne sollte die Deutsche Automatenwirtschaft jetzt mit einer Image-Kampagne für die schwächelnde Gastronomie nachlegen, so Arndt. Ole Rom, Neox Technologies, regte an, die Darter-Szene als Sympathieträger in eine solche Kampagne mit einzubeziehen. Auch Jörg-Christian Seide, Ricardo Miranda, Jörg Neuberger und der fast 90-jährige Gustav Lauser brachten ihre Expertise mit ein.

Nach entsprechender Diskussion fasste der DAGV einstimmig den Beschluss, die DAW aufzufordern, für die Gastronomie aktiv zu werden! Beim Thema DAW-Eckpunktepapier wird bedauert, dass zum Thema Online-Märkte keine Aussagen getroffen wurden.

Urteil des OVG Münster: Qualitative Anforderungen das entscheidende Kriterium

Ein Paukenschlag ist laut DAGV-Geschäftsführer Jörg Meurer ein Urteil des OVG Münster vom 10. Oktober 2019, das erstmals „qualitative Anforderungen als entscheidendes Kriterium bei der Auswahlentscheidung“ mit ins Spiel bringt. So stehe wörtlich in dem Urteil: „Die Ziele des Glücksspielstaatsvertrages werden langfristig besser gefördert, wenn nach Ablauf des Härtefallzeitraums der qualitativ bessere Spielhallenstandort bestehen bleibt.“ Ein „begeisterungswürdiger Satz“, so Meurer. Zumal endlich von der Rasenmäher-Methode Abstand genommen wird und das Gericht auch sehr konkret einen Katalog qualitativer Kriterien benannt hat.

Das DAGV-Herbstreffen war von vielfältigen Themen, fachlicher Stringenz, gutem Einvernehmen, zuweilen auch von ironischem Feinsinn geprägt. Ganz anders als jener berühmt-brachiale literarische Grantler und Unruhegeist Thomas Bernhard, der in dem Veranstaltungshotel Melia Palma Marina vor vier Jahrzehnten regelmäßig verkehrte.

Ausführlicher Bericht in unserer Dezember-Ausgabe.