Hamburger Automaten-Verband sieht die Politik gefordert – illegales Spiel im Aufwind – nur noch 120 legale Spielhallen in der Elbmetropole

Der HAV-Vorstand, von links: Matthias Wende, 2. Vorsitzender und Schatzmeister Frank Sengpiel, 1. Vorsitzender Gundolf Aubke, Jörg Landsiedel, Sabine Glawe und Justiziar Sven Achnitz.

Die Mitglieder wollen stärker als bisher den direkten Dialog mit den politischen Akteuren suchen.

Otto Obes (Mitte), der dem Verband und dem HAV-Vorstand in verschiedensten Positionen diente, unter anderem auch als 1. Vorsitzender, wird feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

In der Pause im Ausstellungsbereich beim Fachsimpeln: Jörg Landsiedel, Rolf Mahnke und Gerd Haberkorn.

Mehr Hamburg geht nicht! Der Hamburger Automaten-Verband trat gestern zu den Jahreshauptversammlungen 2020 und 2021 im Empire Riverside Hotel in St. Pauli, unweit der Davidwache, zusammen. Vom Tagungsraum Ballroom konnten die Aussteller auf das geschäftige Treiben in der Traditionswerft Blohm+Voss am anderen Elbufer blicken. Was allerdings HAV und die Werft eint – die aktuellen wirtschaftlichen Probleme und massive Arbeitsplatzverluste.

Hoher Aderlass in Hamburg

Denn durch das rigide Hamburger Spielhallengesetz sind in der Elbmetropole nur noch Achter-Hallen erlaubt, also sage und schreibe: lediglich acht Geräte in einer Spielhalle! Der Aderlass ist entsprechend hoch. Von den vormals 368 Konzessionen in der Metropole Hamburg können aktuell nur noch 120 betrieben werden.

Hinzu kommt: Der Mindestabstand zwischen den Spielhallen beträgt 500 Meter. Ausnahmen gelten für die Reeperbahn und den Steindamm mit 100 Metern Mindestabstand. Auch die neue Spielverordnung habe den Unternehmen schwer zugesetzt, machte Gundolf Aubke, 1. Vorsitzender des Hamburger Automaten-Verbandes und einer der Vize-Präsidenten des Bundesverbandes Automatenunternehmer, deutlich.

Ziel: Zwölf Geräte wie in anderen Bundesländern

Die gute Nachricht: Der immer noch 82 Mitglieder starke Verband will sich trotz der insgesamt desaströsen Situation – auch an der juristischen Front sieht es derzeit eher mau aus – nicht geschlagen geben. Als politisches Hauptziel gibt Gundolf Aubke aus, „wie in anderen Bundesländern wieder zwölf Geräte“ je Spielhalle betreiben zu können. Überall, wo überreguliert worden ist und legale Spielhallen platt gemacht werden, sehe man, dass sich das illegale Spiel breit mache, so die einhellige Kritik des Vorstandes. Dies könne von der Politik nicht gewollt sein!

Justiziar Sven Achnitz regte an, neue Wege im Dialog mit der Politik zu gehen, beispielsweise durch Patenschaften für gemeinnützige Projekte. Nachhaltige Entscheidungen zugunsten der Branche ließen sich letztlich nur auf der politischen Bühne erzielen. Man müsse den Politikern „Lust machen, sich mit uns zusammenzusetzen“. Dass das illegale Spiel in Hamburg im Aufwind ist, sieht der Rechtsanwalt auch in seinem Stadtteil Bergedorf. „Dort zählte ich jüngst fünf sogenannte Vereine, mit Stahltüren gesichert.“

Mitglieder schenken dem Vorstand ihr Vertrauen

Bei den Wahlen wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt: 1. Vorsitzender Gundolf Aubke, 2. Vorsitzender und Schatzmeister Frank Sengpiel, außerdem Diplomkauffrau Sabine Glawe, Jörg Landsiedel und Matthias Wende, ein Enkel des früheren BA-Präsidenten Carl-Heinz Wende. Glückwunsch!

Der bisherige Schatzmeister und frühere 1. Vorsitzende Otto Obes zieht sich aus Altersgründen – er ist 78 Jahre alt, die man ihm allerdings nicht ansieht – aus dem Vorstand zurück. Gundolf Aubke danke ihm mit sehr persönlichen Worten: „Du bist ein toller Kollege und eine ganz ehrliche Haut, wir haben dich in der Vorstandsarbeit immer sehr geschätzt.“ Zum Abschied gab es neben den besten Wünschen auch eine Flasche Champagner.

Kleine Geräte-Ausstellung im Foyer

Als Gäste informierten auf dem HAV-Treffen umfassend und kompetent Thomas Knollmann-Bölter, Leiter Kommunikation DAW, und der BA-Justiziar Stephan Burger.

Zu den weiteren Themen zählten: Zertifizierung, OASIS-Anbindung, Hamburger Spielvergnügungssteuer, Corona-Eindämmungsverordnung und Verwaltungs-Berufsgenossenschaft. Eine Geräte-Ausstellung von adp Gauselmann und Löwen Entertainment im Foyer sowie ein gemeinsames Abendessen rundeten das Treffen des seit 1930 bestehenden Verbandes gelungen ab. 

Ausführlicher Bericht in der AutomatenMarkt-November-Ausgabe.