2. BAV Info- & Rechtstag: Von den Gipfeln spannender Innovationen zu den Mühen der Ebene
Der Vorstand des Bayerischen Automaten-Verbandes, von links: Paul Meindl, Konstantin Degen, RA Mirko Benesch, Andreas Strunz, Präsident Andy Meindl, Marco Spitzenberger, Julia Bartos, Finanzvorstand Ismail „Easy“ Gök und Vizepräsident Thomas Kießling.
Gutes, eingespieltes Team – stets auf Tuchfühlung zu den 280 Verbandsmitgliedern: Präsident Andy Meindl und Justiziar RA Mirko Benesch.
Justiziar RA Mirko Benesch, flankiert von RA Karsten Königstein (links) und RA Dr. Michael Engelhardt (rechts).
Nicolai Roider, Gründer und Gesellschafter der Pilot Labs Technology GmbH, und Geschäftsführer Michael Ehrenreich (rechts) präsentieren die innovative Spielhallenplattform „audava“.
Blick in den linken Teil des Saals des „Novotel“ Messe München. Spannende Themen auf der Tagesordnung.
Impressionen, von links oben im Uhrzeigersinn: Klaus Fembacher-Ritter, Thomas Kießling und Georg Koselka. – Stefanie Roppelt, Janine Roppelt und Eveline Reininger mit Maskottchen Lilli. – Andreas Starz, Peter Hüller und Karl Czirjak. – BA-Justiziar Stephan Burger, Regina Gigl, Assistentin in der BAV-Geschäftsstelle, und der BAV-Geschäftsstellenleiter Stefan Wagenhäuser.
Weitere Impressionen, von links oben im Uhrzeigersinn: Dirk Strusch und Wolfgang Strusch, Automatenunternehmer aus dem idyllischen Obernburg am Main. – FGA-Präsidentin Sabine Dittmers-Meyer mit Vorstandsmitgliedern des Fachverbandes Gastronomie-Aufstellunternehmer: Andy Meindl, Michael Stang und Thomas Kießling. – Fachgespräche in einer Tagungspause, hier mit Nicolai Roider (rechts). – Andy Meindl mit RA Mirko Benesch vor dem BAV-Logo.
Seit Herbst 2025 legt der Bayerische Automaten-Verband (BAV) Herbstversammlung und BAV-Rechtstag zusammen – zum sogenannten BAV Info- & Rechtstag. Die neuerliche 2. Auflage am 13. Oktober in München war von den Mühen der Ebene, aber auch von einem Paukenschlag geprägt.
Beginnen wir am besten mit dem Paukenschlag! Der bekennende Apple-Fan Andy Meindl erinnerte an die erste Präsentation des iPhone im Jahr 2007 durch Steve Jobs und schlug eine Brücke zu dem aktuellen „audava“-Produkt der Pilot Labs Technology GmbH.
„Der gesamte Vorstand ist begeistert und von diesem Produkt überzeugt. Deshalb haben wir es für unsere Verbandsmitglieder für eine kostenlose zweijährige Nutzung eingekauft.“ Der BAV habe gut gewirtschaftet und könne sich deshalb diese wichtige Investition leisten.
Im Anschluss präsentierten der Gesellschafter und Gründer Nicolai Roider und Geschäftsführer Michael Ehrenreich ausführlich ihr Software-Produkt. „Vernetzt sind die Geräte. Der Betrieb drumherum nicht.“ Und: „Alles läuft. Nur nebeneinander.“ Exakt diesen Zustand wolle man ändern.
Werkzeugkasten der Automatenunternehmen
Zum Werkzeugkasten der Automatenunternehmen gehören bekanntlich heute: Dienstplanung, Sozialkonzept, Vorfalls-Erfassung, Fristenkalender, Urlaubsliste, WhatsApp-Gruppen, Zeiterfassung, Dienstanweisungen, Rundgänge, Terminplanung, OASIS, E-Mails, Stundenzettel, Schulungsnachweise, Dokumentenablage, Krankmeldungen, Wartungstermine und Behördenpost. Dies alles habe man in einer einzigen Plattform – audava – zusammengeführt.
Das Ganze ist modular aufgebaut. Die zwei Dutzend Module und das „Betreiber-Cockpit“ beziehungsweise „Service-Cockpit“ wurden detailliert präsentiert. Außerdem erleichtert eine eigene audava-KI die Arbeit auf und mit der Plattform. Zum 1. November könne das System bereits startklar sein – alle Aufträge werde man der Reihe nach rasch abarbeiten.
Der AutomatenMarkt wird bereits in seiner November-Ausgabe das audava-System in einem gesonderten Bericht ausführlich vorstellen.
Papierberge an Auflagen und horrende Zwangsgelder
Von den Gipfeln spannender Innovationen jetzt zu den Mühen der Ebene – das sind aktuell die Folgen der Neuantragsverfahren für die glücksspielrechtliche Erlaubnis mit regional zum Teil absurd verschärften Nebenbestimmungen, die über das geltende Recht weit hinausgehen. Beispielsweise, wenn eine Aufsichtsperson pro Konzession verlangt wird. Oder übergriffige Mitteilungspflichten in puncto Personal angefordert werden: Auszüge aus dem Führungszeugnis oder persönliche Daten wie Personenstand und Staatsangehörigkeit.
Manche Behörden hauen regelrechte Papierberge an Auflagen heraus und drohen mit gewaltigen Konsequenzen wie einer unverzüglichen Geräte-Sperrung bei Kleinstverstößen. Auch horrende Zwangsgelder werden vielfach angedroht. Überhaupt –auch an der Gebührenschraube wird weiter munter gedreht, während vielen Familienunternehmen das Wasser bis zum Hals steht.
Die Rechtsanwälte Mirko Benesch, Karsten Königstein und Dr. Michael Engelhardt berichteten anschaulich aus der Praxis – mit vielen wichtigen Hinweisen und Tipps. Mit den oft willkürlichen Nebenbestimmungen wurde „die Büchse der Pandora“ geöffnet, sind sich BAV-Vorstand und die Kanzlei Benesch & Partner einig.
Spielhallen in der Krise – Handlungsoptionen
Spannend auch der Vortrag „Spielhallen in der Krise – Handlungsoptionen, Pflichten et cetera“. Hier ging es um Themen und Schlagwörter wie Liquiditätskrise, Zahlungsunfähigkeit, Deckungslücke, Insolvenzverschleppung, aber auch den konkreten Ablauf eines Insolvenzverfahrens, die Gefahren und Chancen. Wichtig: Dem Vorwurf einer Insolvenzverschleppung sollte unbedingt entgegengearbeitet werden, denn im schlimmsten Fall droht sogar eine Gewerbeuntersagung wegen fehlender Zuverlässigkeit!
Was für Zeiten, in denen sich unsere einst kerngesunden Branchenunternehmen mit solchen Themen beschäftigen müssen.
Für den BAV-Präsidenten Andy Meindl jedoch alles kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Sein Appell sinngemäß: „Wir müssen auf dem juristischen Terrain reagieren, aber auch unsere politische Arbeit intensivieren. Außerdem ist der Austausch und Zusammenhalt unter unseren Mitgliedern ein wichtiges Reservoir.“
Außerdem bittet der Vorstand, dass man mit seinen Landtagsabgeordneten vor Ort über die angespannte Situation und das zunehmende, belastende „Eigenleben einiger Beamter und der Bürokratie“ spricht.
Das Beste kommt zum Schluss
Die zu erwartende und zu erhoffende neue Spielverordnung stecke leider noch im Stadium der „Kaffeesatzleserei“, so Andy Meindl. Dass die Branche Geräte mit mehr Dynamik brauche, um sich gegen das boomende illegale Spiel zu behaupten, stehe dabei außer Frage. Der BAV-Präsident fühlt sich übrigens an die bekannte Tragikomödie „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Jack Nicholson und Morgan Freeman erinnert und hofft auf ein Happy End.