23.04.2026

AVS-Treffen bei den "Mutmachern" von der SV Elversberg: Legales Spiel stärken – Brandherde wie Großrosseln eindämmen!

Der neu gewählte AVS-Vorstand, von links: Schriftführer Christian Esselen, 2. Vorsitzender Markus Schackmann, Schatzmeister Benedict Jentzsch, Vorsitzender Rudolf Buchheit und Björn Steffen.

Blick in den Saal der Ursapharm Arena, Heimstätte der SV Elversberg. Gäste in der ersten Reihe, von links: Maximilan Fiel, DAW, BA-Justiziar Stephan Burger und BA-Geschäftsführerin Simone Storch.

Ein Lob des Vorstandes für Romina Müller, hier flankiert von Justiziar Harro Bunke (links) und Co-Organisator Markus Noll (rechts), für die ausgezeichnete Organisation.

Impressionen vom Verbandstreffen, von links oben im Uhrzeigersinn: Dirk Fischer, Vorsitzender des Automaten-Verbandes Baden-Württemberg. – Die Verbandsspitze des BDS Rheinland Pfalz/Saarland: Ralf Bastian, Präsidentin Liliana Gatterer und 2. Präsident Joachim Schneider. –  Die neuen Mitglieder, die Geschwister Angela Hoffmann und Marco Hoffmann aus Ottweiler, bringen sich aktiv ein. – Tilman Brauch, Löwen Play-Geschäftsführer, mit einem Sachbeitrag.

Weitere Impressionen vom Verbandstreffen, von links oben im Uhrzeigersinn: Kassenprüfer Klaus Zimmer erstattet Bericht. – Björn Steffen, Unternehmer aus St. Ingbert, stellt sich den Mitgliedern vor. – Hier ist reichlich Branchenerfahrung versammelt: Ralf Hüttenberger, Martin Zender, Karsten Stürmer und Rudolf Gieß. – Der zweite Vorstandsneuzugang, Christian Esselen aus Homburg, bringt sich ein.

Von links: AVS-Vorsitzender Rudolf Buchheit, BA-Geschäftsführerin Simone Storch und Maximilian Fiel, DAW, mit wichtigen Sachinformationen.

Links: Der 81 Jahre junge AVS-Justiziar RA Harro Bunke, früherer BA-Geschäftsführer, bringt „Leben in die Bude“. Rechts: Der Razzia-Tracker unseres Portals GlücksWirtschaft wird vom AVS-Vorstand zu Rate gezogen.

Weitere Redner, von links: BDS Rheinland-Pfalz/Saarland-Präsident Joachim Schneider, BA-Justiziar RA Stephan Burger und Merlato-Vertriebsleiter Piet-Hein Simons.

Vorstandswahlen, der Kampf gegen die Vergnügungssteuer-Hydra und die Gefahren durch das zunehmende illegale Spiel standen im Mittelpunkt der gut besuchten Automaten-Verband-Saar-Jahreshauptversammlung im VIP-Bereich der Ursapharm Arena in Spiesen-Elversberg. 

Drei Aufstiege in vier Jahren und der Aufstieg in die 1. Bundesliga ist aktuell greifbar – ein echtes Fußballwunder durch die Sportvereinigung (SV) Elversberg! Dabei zählt die saarländische Gemeinde Spiesen-Elversberg im Landkreis Neunkirchen nur 13000 Einwohner. Dieser fantastische Fußballverein ist also ein Mutmacher für die von Existenzängsten bedrohten AVS-Mitgliedsunternehmen.

Großrosseln wird zum Thema

Rudolf Buchheit erinnerte zu Beginn des Treffens an den unlängst verstorbenen hessischen Branchenfreund Christoph Schwarzer, ein inspirierendes „Vorbild an Energie und Anspruch, laut, aber immer geradeaus“. Der Verband freut sich über vertrauensvolle Kontakte zur Kriminalpolizei des Saarlandes und über die erfolgreichen Schulungen von Ordnungsämtern. 

Dabei gibt es auch wenige Gemeinden, die mauern. Negativbeispiel Großrosseln. Der dortige Bürgermeister verhinderte dem Vernehmen nach die Teilnahme seiner Ordnungsamtsleitung an einer Schulung „Gewerbliches Geldspiel“. Liegt dies daran, dass Großrosseln kaum gegen das boomende illegale Spiel in Bremerhof an der deutsch-französischen Grenze vorgeht? 

„Die legalen Geräte sind dort Alibi-Geräte. Das eigentliche Spiel findet in Hinterzimmern statt“, beklagt die Verbandsspitze das „Laissez-faire“ vor Ort. Bundesweit gibt es schätzungsweise mehr als 100 000 illegale Automaten. Zum Vergleich: Rund 160 000 legale Automaten sind aktuell zugelassen. 

GlücksWirtschaft im Fokus

Rudolf Buchheit bezog eine stark diskutierte Recherche von GlücksWirtschaft zu der Dichte der Razzien in den Bundesländern in seinen Bericht an die Mitglieder mit ein. Auch der GlücksWirtschaft-Beitrag „Illegale Spielgeräte in Stromkästen entdeckt“ fand Eingang in das Versammlungsgeschehen. 

Positiv erwähnenswert ist, wie die Landeshauptstadt Saarbrücken nach den Schulungen den Kontrolldruck erhöht hat! Überhaupt: Rudolf Buchheit erlebt, dass die jüngeren Beamten „uns inzwischen als ganz normale Kaufleute wahrnehmen“. Die Vorurteile gegenüber unserer Branche seien zunehmend Vergangenheit. 

Bei den Vorstandswahlen gab es zwei Veränderungen. Hans-Jürgen Jentzsch (aus Altersgründen) und Philipp Zimmer (aus privaten Gründen) stellten ihre Plätze zur Verfügung. Ihnen wurde herzlich gedankt. Neu in den Vorstand wurden Christian Esselen und Björn Steffen gewählt, beide 43 Jahre jung, branchenerfahren und „hungrig“, wie man so schön zu sagen pflegt. „Wir wollen die jungen Leute noch stärker in unseren Vorstand integrieren“, machte der Vorsitzende deutlich.

Vergnügungssteuer: Flächenbrand droht

Simone Storch präsentierte das Strategiemodell des BA zur Vergnügungsbesteuerung. Auch im Saarland, das früher einen Steuerdeckel hatte, droht jetzt zunehmend ein Flächenbrand. Die sprichwörtliche Finanznot der Kommunen sorgt für diverse Ausschläge nach oben.

Die BA-Geschäftsführerin verwies insbesondere auf die Hauptsäule des Strategiemodells: Mobilisierung der Aufstellerschaft vor Ort! Die Rede war auch vom Werkzeugkasten BAkit, vom regelmäßigen Checken des Ratsinformationssystems und von den Alarm- und Handlungsphasen im Kampf gegen erdrosselnde Vergnügungssteuern. Als Unternehmer sollte man sich vor Ort – gerne auch mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – persönlich und verantwortungsvoll präsentieren. Dirk Fischer, Vorsitzender des Automaten-Verbandes Baden-Württemberg, gab zusätzliche Tipps. 

BA-Justiziar Stephan Burger mit einem klaren Appell: „Vergnügungssteuererhöhungen verhindert man vor dem Satzungsbeschluss. Werden Sie aktiv!“ Maximilian Fiel, DAW-Beauftragter für Länderkommunikation, bedauert: „Das illegale Glücksspiel ist auch im Saarland ein Riesenthema, insbesondere in Grenznähe. Sie haben unfaire Konkurrenz an allen Ecken und Enden.“

Lebhafte Diskussion über Aufsteller mit "null Ahnung"

Über die Änderungen des Saarländischen Spielhallengesetzes informierte AVS-Justiziar RA Harro Bunke. Eine etwaige Ungleichbehandlung durch die Hintertür – in puncto Raucherlaubnis – müsse unbedingt verhindert werden. Migrantische Wirte, die der Unterrichtung bei der IHK sprachlich kaum folgen können und „null Ahnung von unserer Branche haben“, drängen immer stärker in den Markt. So eine alarmierende Beobachtung des früheren BA-Geschäftsführers, die eine lebhafte Diskussion nach sich zog. 

Joachim Schneider, 2. Präsident des Bundes der Selbständigen Rheinland-Pfalz/Saarland (BDS), informierte ausführlich über die praktischen Vorteile der 2 300 Mitglieder starken Gemeinschaft in Rheinland-Pfalz/Saarland mit mehr als 150-jähriger Tradition. Wie vom AVS-Vorstand zu hören war, hat der Verband bereits mehrfach die Schützenhilfe des BDS bei politischen Gesprächen erlebt. 

Piet-Hein Simons, Merlato-Vertriebsleiter, informierte eloquent über die Dienstleistungen seines Unternehmens rund um das große Thema Spielerschutz. Tausende Unternehmen wurden und werden erfolgreich betreut. Löwen Entertainment, adp Merkur und Merlato bereicherten zudem das AVS-Treffen mit einer kleinen Leistungsschau. 

Auf Jubiläumsfeier verzichtet – schwierige Zeiten

Dass der Automaten-Verband-Saar im vergangenen Jahr auf eine 70-Jahr-Feier verzichtet habe, erklärte der Vorstand mit den aktuellen Prioritäten. Die ganze Kraft des Verbandes und seiner Mitglieder werde für die verbandspolitische Arbeit gebraucht. Im Raum steht als Idee jetzt der mögliche gemeinsame Besuch eines Weingutes.