BAV warnt im Presse Club München: Drastische Umsatzeinbrüche – bayerisches Erfolgsmodell gefährdet!

Von links: Andy Meindl, Jens Langner und Presse Club-Gastgeberin Kerstin Tschuck.

Der gut vernetzte Bayerische Automaten Verband ist Mitglied im Presse Club München.

Gruppenbild nach der Pressekonferenz, von links: Petra Höcketstaller, Andy Meindl, Christian Szegedi, Kerstin Tschuck und Jens Langner.

Der BAV hat am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im renommierten Presse Club München, vis-à-vis vom Münchner Rathaus, Alarm geschlagen! BAV-Vorsitzender Andy Meindl und Jens Langner, Automatenunternehmer aus Hohenpeißenberg, standen den Anwesenden Rede und Antwort zu beunruhigenden Entwicklungen in der Branche.

Seit dem 11. November 2018 dürfen bekanntlich aufgrund der Spielverordnung nur noch Geldspielgeräte aufgestellt werden, die den Anforderungen der neuen Verordnung und der damit verbundenen Technischen Richtlinie 5.0 entsprechen. Nur wenige Wochen und Monate nach der Einführung der TR 5.0 zeigten sich bereits gravierende Folgen in Form von alarmierenden Umsatzeinbrüchen bis hin zur Gefährdung von Arbeitsplätzen.

Spielhallenbetreiber und Gastronomieaufsteller haben offenkundig ihre liebe Not mit der Vielzahl der neuen Beschränkungen. Die signifikanten Änderungen betreffen unter anderem die Gerätefreischaltung, den Geldeinsatz, Ein- und Auszahlung, Spielpausen sowie maximale Gewinn- und Verlustbeträge.

„Insbesondere die Reaktion der Spielgäste ist nach dem Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Regelung eindeutig: aufgrund der massiv reduzierten Spielfreude weichen viele von ihnen in weniger regulierte Spielformen aus“, machten die Branchenvertreter deutlich.

Drastische Umsatzeinbrüche und Abwanderung in die Illegalität

Einschneidende Umsatzeinbrüche von bis zu 30 Prozent, an manchen Standorten sogar bis zu 50 Prozent, seien die Folge. Arbeitsplätze und sogar erste Existenzen sind bedroht. Das Ausmaß weiteren wirtschaftlichen Schadens sei noch nicht absehbar.

Parallel zu den Umsatzeinbrüchen zeichnet sich eine weitere verhängnisvolle Entwicklung ab: Die Spieler wandern vom geschützten, gesetzlich stark regulierten und begrenzten Spiel – inklusive qualifiziertem Personal und Präventionsmaßnahmen – ab in den Bereich des ungeschützten und unlimitierten Spiels. Online-Casinos boomen.

Steilvorlage für das nicht regulierte Spiel

Das niederschmetternde Resümee: Innerhalb kürzester Zeit wird die neue Spielverordnung TR 5.0 durch ihre massiven Beschränkungen zur gefährlichen Steilvorlage für das nicht regulierte Spiel. Diese bedenkliche Entwicklung korrespondiere in keiner Weise mit den Zielen des Gesetzgebers, die Freude am Spiel in geordnete und geschützte Bahnen zu lenken, so Andy Meindl und Jens Langner.

Der BAV zitiert den Doyen der Branche, Paul Gauselmann, mit den Worten: „Die illegalen Online-Anbieter aus dem Ausland können sich die Hände reiben. Das steht in krassem Widerspruch zu den Zielen des Glücksspielstaatsvertrages, dessen Ziel es unter anderem auch ist, illegale Spielangebote zurückzudrängen. Exakt das Gegenteil erleben wir in diesen Tagen und Wochen. Wenn man der breiten Öffentlichkeit unser legales und kontrolliertes Spiel entzieht, passiert genau das.“

Bayerischer Automaten Verband appelliert an Politik

Der BAV appelliert eindringlich an die Politik, auf diese gefährlichen Entwicklungen umgehend zu reagieren und die geltenden Regelungen schnellstmöglich anzupassen.

Andy Meindl, Vorsitzender des Bayerischen Automaten Verbandes: „Nur wenn Gesetz und Branche rasch zueinander kommen und eine kohärente Regelung inklusive schlagkräftiger Präventionsarchitektur errichten, können wir dieser Abwärtsspirale Einhalt gebieten und die Weichen zum Schutz des geregelten Spiels erfolgreich und nachhaltig stellen. Mit tragfähigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, die den nicht regulierten, illegalen Markt eindämmen, die die Bedürfnisse der Spieler und Spielerinnen nach einem sicheren, geschützten Spiel maximal stärken und den Unternehmern und Angestellten des gewerblichen Spiels eine dauerhafte Perspektive bieten.“

Bayerisches Erfolgsmodell gefährdet 

Aktuell leben die Spielhallenbetreiber zudem in ständiger Unsicherheit, ob sie ihre Betriebe dauerhaft weiterführen können. Derzeit gilt noch die Härtefallregelung. Diese endet jedoch am 30. Juni 2021. Im schlimmsten Fall drohen zahlreiche Schließungen und damit verbunden eine weitere massive Abwanderung in unregulierte, suchtgefährdende Spielformen, warnt der Bayerische Automaten Verband.

Damit sei das bayerische Erfolgsmodell gefährdet, so Meindl. Denn immerhin seien die bayerischen Automatenunternehmen mit einer Zertifizierungsquote von rund 90 Prozent absoluter Vorreiter in Deutschland.

Auf die konkrete Frage von Kerstin Tschuck, Vorstandsmitglied des Presse Clubs München, was ganz oben auf der „Wunschliste“ der gewerblichen terrestrischen Automatenunternehmer in Bayern stehe, antworteten Andy Meindl und Jens Langner unisono: „Die Härtefallregelungen in eine Dauerregelung überführen, damit wir Planungssicherheit bekommen!“ In der heutigen digitalen Zeit würden Abstandsregelungen wenig Sinn machen, so die Branchenvertreter. Stattdessen müsse man ganz auf Qualität, Zertifizierung und Spielerschutz setzen.

Spielgeräte wieder attraktiver machen

„Auch müssen die Spielgeräte nach dem TR 5.0-Einbruch wieder attraktiver werden“, fordern die Mittelständler. Das Pooling, das heißt das gleichzeitige Anbieten von mehreren Glücksspielformen in einer legalen zertifizierten Spielstätte, könne ein weiterer mutiger Schritt in die Zukunft sein.