Bayerische Polizei hebt illegale Glücksspielnester im Ostallgäu und in Nürnberg aus

Das im östlichen Allgäu sichergestellte Geld stammt vermutlich aus dem illegalen Glücksspiel.

Bei einer Großrazzia im Raum Ostallgäu konnte jetzt dem illegalen Glücksspiel ein schwerer Schlag versetzt werden. Vorausgegangen waren Ermittlungen in enger Zusammenarbeit zwischen der Staatsanwaltschaft Kempten und der Kriminalpolizeiinspektion Kempten.

Durch mehrere Mitteilungen aus der Bevölkerung wurde bekannt, dass in zwei Gaststätten und einem Wettbüro in Füssen illegales Glücksspiel trotz Corona-Beschränkungen an Wettautomaten und Geldspielautomaten stattfindet. Die durch das Amtsgericht Kempten erlassenen Durchsuchungsbeschlüsse für die Gaststätten und Wohnräumlichkeiten der Beschuldigten wurden am 19. Februar 2021 mit Unterstützungskräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei vollzogen.

Über 100 Einsatzkräfte an der Razzia beteiligt

Insgesamt waren über 100 Einsatzkräfte des Unterstützungskommandos der Bayerischen Bereitschaftspolizei und der Kriminalpolizei Kempten, sowie fünf Staatsanwälte beteiligt.

Bilanz: Es wurden über 50 Geldspielgeräte und Wettautomaten sichergestellt, teilweise handelte es sich bereits nach den bisherigen Erkenntnissen um Geräte ohne PTB-Zulassung, nicht erlaubnis- beziehungsweise genehmigungsfähig.

Aufgrund der Vielzahl der sichergestellten Automaten unterstützte die Feuerwehr Füssen die Polizei mit einem Fahrzeug beim Abtransport.

Zeitgleich wurden zwei Wohnungen und eine Gewerberäumlichkeit der Beschuldigten im Ostallgäu durchsucht, hier wurden umfangreiche Beweismittel und Vermögensgegenstände im Wert von über 50 000 Euro sichergestellt.

250 000 Euro Bargeld sichergestellt

Im weiteren Einsatzverlauf wurde eine Spielhalle in Nesselwang durchsucht, hier wurden neun Geldspielgeräte und drei Geldwechselautomaten sichergestellt. Außerdem wurden über 250 000 Euro Bargeld sichergestellt.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen werden die sichergestellten Geräte durch einen Gutachter insbesondere hinsichtlich Funktionsweise, Zulassung und Bauart bewertet. Vier Beschuldigte werden wegen des Veranstaltens von illegalem Glücksspiel und mehreren Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz und der Gewerbeordnung angezeigt.

Fünf weitere Personen wurden beim Spielen an den verbotenen Geräten festgestellt. Diese Personen erhalten Anzeigen wegen der Beteiligung am illegalen Glücksspiel und Verstößen nach dem Infektionsschutzgesetz.

Nächtliche illegale Glücksspielrunde in Nürnberg

Außerdem lösten Beamte der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte kürzlich eine mutmaßliche Glücksspielrunde in der Innenstadt auf. Mehrere Personen wurden angezeigt. Gegen 4:15 Uhr in der Nacht stellten Einsatzkräfte mehrere Männer vor und in einem Anwesen in der Kohlenhofstraße fest. Bei einer anschließenden Kontrolle des Objekts wurden rund ein Dutzend Männer beim mutmaßlichen Glücksspiel angetroffen. Die Männer (im Alter zwischen 26 und 55 Jahren) hatten teils hohe Geldbeträge bei sich. Außerdem war die Örtlichkeit mit entsprechenden Glücksspielutensilien ausgestattet.

Die Polizeibeamten stellten neben mehreren zehntausend Euro außerdem noch weitere Beweismittel sicher. Gegen alle Anwesenden leiteten die Polizeibeamten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel ein. Da alle Personen aus unterschiedlichen Haushalten stammten, wurden sie außerdem wegen infektionsschutzrechtlichen Verstößen angezeigt.