BDV Vending eröffnet Büro in Berlin und stärkt Dialog mit Politik und Verbänden
Der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV) hat am Donnerstag, 5. März 2026, sein neues Büro in Berlin auch offiziell eröffnet und damit seine Präsenz im politischen Umfeld der Hauptstadt ausgebaut. Mit dem Standort im Verbändehaus am Weidendamm will der Verband den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern intensivieren und die Perspektive der Unternehmen der Vendingbranche noch stärker in politische Entscheidungsprozesse einbringen.
Stimme der Unternehmen stärker einbringen
Zur Eröffnung begrüßte BDV-Geschäftsführer Dr. Aris Kaschefi Vertreter aus den Mitgliedsunternehmen sowie aus Politik und Verbänden. In seiner Ansprache betonte er die Bedeutung einer sichtbaren Präsenz im politischen Berlin.
„Mit dem Berliner Büro schaffen wir eine zusätzliche Plattform für den direkten Austausch mit Politik und Verbänden“, erklärte Kaschefi. „Unser Ziel ist es, die Stimme der Unternehmerinnen und Unternehmer der Vendingbranche stärker einzubringen und dazu beizutragen, dass regulatorische Rahmenbedingungen praxisnah und fair gestaltet werden.“
Gerade in Zeiten, in denen vielerorts über Bürokratieabbau und wirtschaftliche Impulse diskutiert werde, sei es wichtig, dass die Erfahrungen aus der unternehmerischen Praxis frühzeitig in politische Entscheidungsprozesse einfließen.
Seismograph für die wirtschaftliche Entwicklung
Die Vendingbranche bezeichnete Kaschefi in diesem Zusammenhang als eine Art „Seismographen für die wirtschaftliche Entwicklung“: Veränderungen im Konsumverhalten, steigende Kosten oder neue regulatorische Anforderungen seien in der Automatenwirtschaft häufig besonders früh spürbar.
Die Branche vereint eine große Bandbreite an Unternehmen – von den Automatenbetreibern als größter Gruppe im Verband über Kaffeeröster und Automatenhersteller bis hin zu Experten für Verpackungen und Zahlungssysteme sowie Spezialisten für die Versorgung mit leitungsgebundenen Wasserspendern und weiteren Technologieanbietern.
Zur Eröffnung waren daher bewusst auch die Ausschusssprecher des Verbandes eingeladen. Diese fachliche Expertise bilde eine wichtige Grundlage für den Dialog mit Politik und Verwaltung, etwa bei Fragen des Verpackungsrechts, des Zahlungsverkehrs, der Energieeffizienz oder neuer Versorgungskonzepte.
Dialog mit politischen Entscheidungsträgern
Im Anschluss an die Eröffnung stand der inhaltliche Austausch mit politischen Gästen im Mittelpunkt. Herr Björn Simon, MdB, bezeichnete die Vendingwirtschaft als „eine Branche in Bewegung“ und verwies auf die zunehmende Vielfalt moderner Automatenkonzepte.
Viele politische Themen – von Fragen der Kreislaufwirtschaft bis hin zu Infrastruktur und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – habe er bereits selbst begleitet und sehe deren unmittelbare Auswirkungen auf die Branche. Er hob die Bedeutung einer Vor-Ort-Repräsentanz hervor und beendete seinen Impuls mit der Beobachtung, dass Vending Menschen an den verschiedensten Orten zusammenführe.
Auch Herr Hans Koller, MdB, hob die Bedeutung von Automatenlösungen für die Nahversorgung hervor. Gerade in ländlichen Regionen, wie in seinem Wahlkreis Passau, könnten moderne Vendingkonzepte dazu beitragen, Lücken in der Nahversorgung zu schließen und wirtschaftliche Infrastruktur zu stärken.
Als Unternehmer mit mittelständischem Hintergrund betonte Koller zudem die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen.
Wichtiger Teil der Infrastruktur
In einem weiteren Beitrag verwies BDV-Vorstandssprecher Dennis Reinhardt darauf, dass die Bedeutung der Branche in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterschätzt werde.
„Automaten sind vielerorts Teil unseres Alltags – in Unternehmen, an öffentlichen Orten oder zunehmend auch als Baustein moderner Nahversorgung“, sagte er. Gleichzeitig stünden viele Betreiber vor steigenden Kosten, wachsender Bürokratie und zunehmendem wirtschaftlichem Druck.
Neben steigenden Energiepreisen und höheren Materialkosten beschäftigten viele Unternehmen insbesondere Dokumentationspflichten, zunehmende regulatorische Anforderungen sowie schrumpfende Margen. Er schloss seinen Vortrag mit dem Appell, Vending neu in den Blick zu nehmen: „Automaten sind kein Luxus, sondern wichtiger Teil der Infrastruktur“.
Schnittstellen zur Gastronomie
Auch Vertreter angrenzender Branchen nahmen an der Veranstaltung teil. Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbandes, verwies auf die zunehmenden Schnittstellen zwischen Gastronomie und Automatenlösungen. Gerade vor dem Hintergrund steigender Personalkosten könnten automatisierte Angebote ein wichtiger Baustein sein, um Effizienz zu steigern und gastronomische Strukturen wirtschaftlich zu stabilisieren. Sie betonte, wie wichtig es sei, dass Unternehmerinnen und Unternehmer in der Politik gehört werden und welche Bedeutung dabei der Verbandsarbeit zukommt.
Flexibilität bei Zahlungsformen wichtig
In einer abschließenden Diskussionsrunde ging es zudem um aktuelle Entwicklungen bei Zahlungssystemen im Automatenbereich. Dabei bestand Einigkeit darüber, dass Unternehmen auch künftig flexibel entscheiden können sollten, welche Zahlungsformen – von Bargeld bis zu digitalen Lösungen – im jeweiligen Einsatzkontext sinnvoll sind.
Mit der neuen Berliner Adresse will der BDV den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern künftig weiter intensivieren.
„Verbandsarbeit bündelt die Erfahrungen aus der Praxis und bringt sie in politische Prozesse ein“, so Kaschefi. „Mit unserer stärkeren Präsenz in Berlin wollen wir dazu beitragen, dass Regelungen auch in der Realität funktionieren.“