Bundesländer wollen illegale Online-Casinos mit ins Boot holen

Screen von der heutigen Veröffentlichung auf "tagesschau.de".

„Die Bundesländer haben sich auf eine Duldung von bislang verbotenem Online-Glücksspiel geeinigt. Das Vorhaben sorgte für Streit, Suchtexperten kritisieren die Entscheidung“, berichten die NDR-Journalisten Philipp Eckstein und Jan Lukas Strozyk in einem aktuellen Beitrag auf "tagesschau.de". Die Recherche erfolgte gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung (am Ende der Meldung unsere Verlinkung zu den beiden Berichten).

Demnach sollen sich die Staats- und Senatskanzleien der 16 Bundesländer geeinigt haben, den bislang illegalen Online-Casinos „Übergangsregelungen“ anzubieten. Das Recherche-Team hat konkret herausgefunden: „Offenbar aus Sorge, dass der mühsam erarbeitete Entwurf des Staatsvertrags scheitern könnte und damit eine einheitliche Regulierung gefährdet sei, erarbeiteten die Chefs der Staatskanzleien aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin im Juli einen Vorschlag für eine Übergangszeit. Nun stimmten alle Länder diesem Vorhaben zu." Der Beschluss soll demnächst gemeinsam mit Vollzugsleitlinien veröffentlicht werden, die regeln, welche Voraussetzungen Anbieter erfüllen müssen, damit nicht gegen sie vorgegangen wird, wird berichtet. 

Illegale Anbieter sollen Lizenzen beantragen können

De facto heißt das, dass auch bislang illegale Anbieter Lizenzen beantragen können. Die Entscheidung der Staats- und Senatskanzleien wird von den Journalisten als "ein Rückschlag für die Aufsichtsbehörden, die zuletzt verstärkt gegen illegale Angebote vorgegangen waren" verstanden beziehungsweise gewertet.

Der Vorsitzende des Fachbeirats Glücksspielsucht, Hans-Jürgen Rumpf, soll die Entscheidung der Länder gegenüber dem NDR sogar als einen "Freifahrtsschein für die illegalen Anbieter" kritisiert haben. 

Und hier geht es zu den Berichten auf tagesschau.de und sueddeutsche.de.