Bundestagsabgeordneter Willsch besucht Forum-Mitgliedsunternehmen SPIEL-IN Casino

Klaus-Peter Willsch (rechts) im Gespräch mit Petra Reichert-Baldus und Nick Baldus. Der CDU-Bundestagsabgeordnete hörte sich die Nöte und Sorgen der Branche an.

Im Rahmen des Programms „Praxis für Politik“ des Bundesverbands der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) und des FORUM der Automatenunternehmer e.V. besuchte der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch (CDU) einen Standort der Firma SPIEL-IN in Limburg an der Lahn. Willsch nutzte die Gelegenheit, um sich die Abläufe und die Herausforderungen im Familienunternehmen näher bringen zu lassen.

Im Unternehmensstandort, nahe der historischen Limburger Altstadt, begrüßte Geschäftsführerin Petra Reichert-Baldus zusammen mit ihrem Sohn Nick Baldus, Prokurist, und der Tochter Marie Baldus, Teamleitung Personal, den Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch. Bereits bei den ersten Gesprächsthemen wurde deutlich, dass der Abgeordnete sehr genau informiert war, vor welchen Herausforderungen und Problemen die Automatenwirtschaft aktuell steht. 

Mit Blick auf die Sportwetten und das Onlineglücksspiel erkundigte sich Willsch auch gezielt nach deren Risiken und Regulierung im Vergleich zum gewerblichen Glücksspiel. Anhand von Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung konnte verdeutlicht werden, dass der graue und illegale Markt in den letzten Jahren enorm stark gewachsen ist. Dennoch werden diese Glücksspielformen deutlich weniger reguliert als das Automatenspiel.

Im Fokus des Besuchs stand zudem der Spieler- und Jugendschutz, der in Hessen unter anderem durch eine bundesweit einmalige Sperrdatei (Oasis) eine besondere Qualität besitzt. Nach Meinung der Familie Baldus hat dieses Modell durchaus Vorbildcharakter und könnte in ganz Deutschland zur Verbesserung des Verbraucherschutzes beitragen.

Für einen qualifizierten Berufszugang

Der Familie Reichert-Baldus, die das Unternehmen bereits in der dritten Generation führt, ist bewusst, dass man ein sensibles Produkt anbietet. Sie spricht sich daher für einen qualifizierten Berufszugang aus, durch den nur sachkundige und verantwortungsvolle Unternehmer diesen Beruf ausüben können. Aus Sicht von Nick Baldus ist das aber aktuell noch nicht der Fall: „Um eine Spielhalle aufzumachen, reicht es überspitzt gesagt, eine achtstündige Schulung ohne Abschlussprüfung zu besuchen und sich für die Halle ein Sozialkonzept zu kaufen! Das darf meiner Meinung nach so nicht sein.“ 

Klar ist, dass die Branche selbst etwas leisten muss, um die Qualität im Angebot zu gewährleisten. Neben erhöhten Berufszugangsvoraussetzungen ließe sich dies, so Baldus, zum Beispiel durch verpflichtende TÜV-Zertifizierungen von Spielhallen, spielformübergreifende Verbraucherschutzkonzepte, Erhöhung des Zutrittsalters auf 21 Jahre oder qualifizierte Präventionsbeauftragte – um nur einige Beispiele aus dem Forum-Positionspapier zu nennen – erreichen.

Klare Fortführungsperspektive notwendig

Bundestagsabgeordnete Willsch zeigte sich überrascht davon, zu welchen unternehmerischen Einschnitten sich das Familienunternehmen Reichert-Baldus bereit erklärt, um einen qualitativ hochwertigen Verbraucherschutz zu gewährleisten: „Hier ist wirklich aller guter Wille vorhanden. Man muss den Unternehmen für Investitionen in ihr Geschäft aber auch eine klare Fortführungsperspektive geben. Wenn wegen Unsicherheiten über nicht kalkulierbare Veränderungen der staatlichen Regulierung keine hinreichend langen Abschreibunsfristen für Neu- oder Ersatzinvestitionen bestehen, finden diese Investitionen schlicht nicht statt.“

Der Abgeordnete bedankte sich für die vielen Eindrücke und Informationen und sagte zu, sich mit den Unions-Vertretern der hessischen Landespolitik auszutauschen und wenn möglich auch entsprechende Impulse zu setzen.