DAW-Zertifizierungs-Workshop erstmalig mit drei Prüforganisationen

Beim DAW-Zertifizierungsworkshop informierten folgende Experten die Teilnehmer (v.l. oben): Forum-Geschäftsführer Anja Bischof, Roland Schäfer (Admiral Spielhallen), Bettina Dzieran ( InterCert MTIC), Jürgen Fischer (ClarCert), Andreas Rey (DAW), Alexandra Nöthen (TÜV Rheinland) und der Automatenunternehmer Olaf Ziegenbruch.

Anja Bischof, Forum-Geschäftsführerin, moderiert gewohnt souverän den digitalen Zertifizierungs-Workshop.

Olaf Ziegenbruch, Automatenunternehmer aus Bielefeld, berichtet von seinen aktuellen Erfahrungen bei Spielhallen-Zertifizierungen.

Heiko Kasseckert, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, richtete ein Grußwort an die Teilnehmer. Aus seiner Sicht erleichtere die Zertifizierung nicht nur, die Guten von den Schlechten zu unterscheiden, sondern sie sei auch für die politische Diskussion ein großer weiterer Schritt nach vorne.

Zur letzten DAW-Zertifizierungs-Roadshow vor der Sommerpause begrüßte Forum-Geschäftsführerin Anja Bischof zum digitalen Workshop am 20. Juni wieder zahlreiche Gäste, um diese gemeinsam mit mehreren Experten über die Zertifizierung von Spielhallen zu informieren. Erstmals präsentierten Vertreter von drei Prüforgansiationen ihre Angebote.

Zertifizierung mit wichtiger Rolle in der Zukunft

Für den Dachverband Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) hieß Andreas Rey, Beauftragter für Länderkommunikation, die Gäste willkommen. Er betonte die zunehmende Bedeutung der Zertifizierung und führte aus, dass mit dem aktuellen Glücksspielstaatsvertrag erstmals die Möglichkeit für die Gesetzgeber in den Ländern geschaffen wurde, für die Regulierung qualitative Kriterien heranzuziehen. Mit Blick auf die Nutzung dieser Öffnungsklausel bemerkte er, dass dort, wo dies nicht der Fall sei, viele Standorte bedroht seien und es gleichzeitig zu einem Anstieg des illegalen Spiels kommen könnte. „Die Zertifizierung wird auch in der Landesgesetzgebung in Hessen eine wichtige Rolle spielen. Lassen Sie Ihre Spielhalle zertifizieren, wenn Sie die Zukunft Ihres Betriebes sichern wollen“, appelliert Rey.

Grußwort aus der Politik

Erfreulicherweise konnte mit Heiko Kasseckert, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, wieder ein Politiker für den Workshop gewonnen werden. In seinem Grußwort an die Unternehmer betont Kasseckert, dass die Zertifizierung eine Investition in die Zukunft sei. Mit deutlichen Worten legt er dar: „Die Zertifizierung ist ein ganz wichtiger Schritt. Sie erleichtert nicht nur, die Guten von den Schlechten zu unterscheiden, sondern sie ist auch für die politische Diskussion ein großer weiterer Schritt nach vorne.“

Mit Blick auf Mindestabstände und Mehrfachkonzessionen führt er aus: „Hier ist die Zertifizierung ein wesentlicher Baustein, ja die Voraussetzung dafür, dass wir Ausnahmen von der Regel machen können. Davon wollen wir in Hessen Gebrauch machen und deshalb ist die Zertifizierung, auch die Fortbildung und die Weiterbildung Ihres Personals sowie die Qualitätssicherung, ein Stück Investition in die Zukunft Ihrer Betriebe.“

CDU-Politiker Kasseckert hebt Kommunikation zwischen Politik und Branche hervor

Grundsätzlich hob der Abgeordnete die gute Kommunikation zwischen Politik und Branche hervor, die wichtig sei, um das gegenseitige Verständnis weiter zu stärken.

Im Anschluss erläuterte die Forum-Geschäftsführerin den Teilnehmern den qualitativen Ansatz für die Regulierung des stationären gewerblichen Automatenspiels in Deutschland. Hier sei die Zertifizierung neben dem Sachkundenachweis und der besonderen Schulung der zentrale Baustein. Einige Bundesländer seien diesem Ansatz gefolgt und hätten die Öffnungsklausel in verschiedenen Formen genutzt, so Bischof.

Drei Prüforganisationen im Blickpunkt

Roland Schäfer,Leiter Regelmäßig geprüfte Spielstätte, Qualitätsmanagement Admiral Spielhallen, erläuterte den Workshop-Teilnehmern Details rund um eine erfolgreiche Zertifizierung. Im Anschluss tauschte sich Bischof mit den Vertreterinnen und dem Vertreter der Prüforganisationen über die konkreten Anforderungen, Abläufe der Audits sowie die jeweilige Kostenstruktur aus. Neben Alexandra Nöthen,TÜV-Rheinland und Bettina Dzieran,InterCert MTIC stand erstmals auch Jürgen Fischer von ClarCert Rede und Antwort.

Zwei DAkkS-akkreditierte Standards

Es wurde nochmals verdeutlicht, dass es zwei durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DakkS) akkreditierte Standards gibt. Das ist zum einen: „Geprüfte Qualität in Spielhallen – Jugendschutz, Spielerschutz, Betriebsmanagement (AWI), auch als „DAW-Standard“ bekannt. Auf diesen Prüfstandard prüfen sowohl TÜV Rheinland als auch ClarCert. Zum anderen können Unternehmer auch folgenden DakkS-akkreditierten Standard wählen: „Prüf- und Zertifizierungsstandard zur Sicherung des Jugend- und Spielerschutzes in Spielhallen und Gaststätten (GZQG)“. Auf diesen Standard prüft InterCert MTIC. Allen Prüfgesellschaften ist gemein, dass bis zur endgültigen Akkreditierung bereits nach dem jeweiligen neuen Standard auditiert werden könne. Sobald die Akkreditierung vorliege, könnten auch die Zertifikate hierzu ausgestellt werden.

Unternehmer Olaf Ziegenbruch mit wertvollen Praxistipps

Nicht fehlen darf der Blick durch die „Unternehmerbrille“. Olaf Ziegenbruch vonZiegenbruch GmbH & Co. KG aus Bielefeld befindet sich aktuell mitten im Prozess einer Zertifizierung. Er schildert, dass man sich intern zunächst einen genauen Überblick über die Anforderungen an die Zertifizierung verschafft habe. Danach seien die Themenbereiche den Verantwortlichen im Unternehmen zugeordnet, um anschließend die Ergebnisse zusammenzutragen und gegebenenfalls Nachbesserungen vorzunehmen. „Die Zertifizierung bietet den Unternehmern eine Chance. Vieles in einem Betrieb ist mündlich geregelt. Das hat man dann besser im Griff, wenn man etwa Arbeitsabläufe schriftlich festhält, etwa, wenn langjährige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben oder beim Einarbeiten von neuen Kollegen“, erläutert Ziegenbruch.

Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit Ordnungsämtern führte er aus: „Besonders in großen Städten beobachte ich, dass sich die Ordnungsämter gründlich mit der Zertifizierung befasst haben – die sind im Thema drin und fragen nach. Die Zertifizierung wird ja als Voraussetzung in die jeweilige Erlaubnis hineingeschrieben.“

Aber auch im Kampf gegen den Schwarzmarkt sieht Ziegenbruch Vorteile: „Unternehmer können sich von den Schwarzen Schafen abheben und fragwürdige Seiteneinsteiger werden perspektivisch aus der Branche gehalten. Auf jeden Fall wird die Zertifizierung auch noch in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema sein.“

Personal mit ins Boot holen – Zeit zur Vorbereitung einplanen

Wichtig sei, dass das gesamte Personal mit ins Boot geholt und sich hinreichend Zeit genommen werden müsse. Grundsätzlich sieht Ziegenbruch in der Zertifizierung einen großen Vorteil durch die interne Qualitätssicherung, die die Vorbereitung eines Audits mit sich bringe. Für eine künftige Regulierung wünscht sich der Unternehmer, dass die Qualität stärker berücksichtigt würde und es damit zu einer Bereinigung des Angebots komme.

In der abschließenden Fragerunde betonten die Expertinnen und Experten, dass der gesamte Prozess von der Vorbereitung auf das erste Audit bis zur Zertifizierung durchaus einige Monate beanspruchen könne. Unternehmer sollte daher frühzeitig mit den Vorbereitungen beginnen.

Am 19. September 2022 wird eine weitere DAW-Zertifizierungs-Roadshow stattfinden.