Digitaler DAW-Zertifizierungsworkshop: Zertifizierung gut vorbereiten

Anja Bischof, Geschäftsführerin des projektleitenden Verbandes Forum der Automatenunternehmer, moderiert traditionell die DAW-Workshops zur Zertifizierung.

Nach einer kurzen Sommerpause fand am 6. September wieder ein digitaler Workshop des Dachverbandes Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) zur Zertifizierung statt. Über 40 Interessierte nahmen am Workshop teil.

Nico Ernstberger, DAW-Beauftragter für Länderkommunikation, hob in seiner Begrüßung hervor, dass die Bedeutung der Spielhallen-Zertifizierung für Politik und Verwaltung durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 weiter gestiegen sei. „Auch bei der Frage nach dem Fortbestand von Spielhallenstandorten kann die Zertifizierung entscheidend werden. Eine erfolgreiche Zertifizierung könne am Ende das Zünglein an der Waage sein", sagt Ernstberger.

Forum der Automatenunternehmer agiert als projektleitender Verband

Projektleitender Verband für die DAW-Roadshows zum Thema Zertifizierung ist das Forum der Automatenunternehmer. Anja Bischof, Geschäftsführerin des Verbandes, moderierte den Workshop und führte inhaltlich in das Thema ein. Sie erläuterte, dass die Länder Mehrfachkonzessionen mit bis zu drei Spielhallen befristet erhalten können, wenn diese bestimmte qualitative Kriterien erfüllen. Dazu zähle auch die Zertifizierung durch eine akkreditierte Prüforganisation, erklärte Bischof. Es ist absehbar, dass einige Bundesländer diese Option nutzen. Zudem könnten die Länder auch bei den Mindestabständen auf qualitative Kriterien setzen. Das Thema Qualität werde für Politik, Verwaltung und die Spielgäste immer wichtiger, so Bischof, die den Teilnehmenden auch einen unverbindlichen Selbsttest ans Herz legte. Mit diesem Test können interessierte Automatenunternehmer checken, wo sie bereits gut aufgestellt sind und wo noch Verbesserungspotential besteht. 
Hier der Link zum Selbsttest: www.tuv.com/spielstaettenzertifizierung

Gute Vorbereitung ist wichtig

Gute Vorbereitung der Zertifizierung ist Gold wert
. Beim Talk mit Roland Schäfer, Admiral Entertainment und den Expertinnen der beiden Prüforganisationen, Alexandra Nöthen (TÜV-Rheinland) und Bettina Dzieran (MTIC Intercert), wurde deutlich, wie komplex die Anforderungen an moderne Spielhallenbetriebe sind: Gewerbeordnung, Sozialkonzept, Spielverordnung, Brandschutz und mehr gilt es zu beachten und verlässlich umzusetzen. Deshalb ließe sich eine Spielhallen-Zertifizierung auch nicht „im Vorbeigehen“ erledigen, wie Nöthen und Dzieran betonten. Gleichzeitig machten sie klar, dass eine gute Vorbereitung Gold wert sei. Auch auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer jeweiligen Angebote gingen Nöthen und Dzieran ein. 

Automatenunternehmer Thomas Böhm berichtet als Zertifizierungs-Botschafter


Als Zertifizierungs-Botschafter berichtete Thomas Böhm, geschäftsführender Gesellschafter Planet Casino GmbH, von seinen Erfahrungen bei der Spielhallen-Zertifizierung. Böhm hob die motivierende Wirkung auf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor: „Wichtig ist, dass man die Mitarbeiter mitnimmt und erläutert, welche Vorteile eine Zertifizierung für das ganze Unternehmen hat. Das Ganze muss auch gelebt werden und funktioniert nicht durch Zwang. Ganz klar: Mitarbeiter gewinnen an Selbstsicherheit.“


Interessierten Unternehmern gab er einen Tipp: „Beginnen Sie rechtzeitig und nutzen Sie den Selbsttest. In Zweifelsfragen sprechen Sie auch mit Branchenkollegen. Wenn Sie dann Schritt für Schritt alles abarbeiten, dann dürfte der Zertifizierung nichts im Wege stehen.“ Sein Fazit: „Unsere Qualität können wir mit der Zertifizierung nachweisen und die Regulierung entwickelt sich genau dahin, dass dies gefordert wird. Bei all‘ dem Aufwand überwiegt langfristig der Nutzen bei Weitem.“ Auch deshalb empfahl Böhm Unternehmern die Spielhallen-Zertifizierung. 

Der Termin für den nächsten digitalen DAW-Workshop zur Zertifizierung steht bereits fest: 12. Oktober 2021, 14 bis 15 Uhr.

Zum Hintergrund:  Das Forum weist nochmals darauf hin, dass der Gesetzgeber in verschiedenen Bundesländern von der Öffnungsklausel (Paragraf 29 Abs. 4 GlüStV 2021) Gebrauch macht. „In Bayern, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist eine Nutzung sowohl für den befristeten Fortbetrieb von Verbundspielhallen wie auch zur Unterschreitung von Mindestabständen gesetzlich verankert. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben Regelungen mit Blick auf Mehrfachkonzessionen getroffen. In all diesen Ländern ist die Zertifizierung von Spielhallen, neben den weiteren qualitativen Elementen wie Sachkundenachweis und besondere Schulungen, nun gesetzlich verankert“, erläutert das Forum.