02.06.2026

Einheitliche „Markers of Harm“ für Europa veröffentlicht – EGBA verpflichtet sich

EGBA-Generalsekretär Maarten Haijer

Die European Gaming and Betting Association (EGBA) begrüßt die Veröffentlichung des europäischen Standards von „Markers of Harm“ im Glücksspiel durch die Mitgliedsorganisationen des Europäischen Komitees für Normung (CEN).

Die EGBA und ihre Mitglieder teilen mit, dass sie den Standard als wichtige freiwillige Grundlage zur Identifizierung risikoreichen Spielverhaltens unterstützen; „zudem verpflichten sich ihre Mitglieder dazu, ihre Spielerschutzkonzepte europaweit an diesem Standard auszurichten“.

Neun zentrale Verhaltensindikatoren

Der Standard schaffe laut EGBA „eine solide Basis für den Verbraucherschutz in ganz Europa, indem er neun zentrale Verhaltensindikatoren definiert, anhand derer Anbieter riskante Spielmuster erkennen können, bevor diese eskalieren“:

- Veränderungen bei Einsatzvolumen oder -häufigkeit

- Spielgeschwindigkeit oder -intensität

- Häufigkeit und Höhe von Einzahlungen oder fehlgeschlagene Einzahlungen

- Auszahlungen und stornierte Auszahlungen

- vom Spieler initiierte Kontaktaufnahmen

- Dauer von Spielsitzungen oder Spielzeiten (Tageszeit)

- Nutzung mehrerer Produkte

- Nettoverluste oder Verlustentwicklungen im Zeitverlauf

- Änderungen an Schutzinstrumenten wie Limits und Selbstsperren

Verhaltensindikatoren in Geschäftsabläufe integriert

Die EGBA schlug diese Initiative im Jahr 2022 beim CEN vor und beteiligte sich aktiv an ihrer Entwicklung – gemeinsam mit Glücksspielanbietern, nationalen Behörden, Wissenschaftlern und anderen Akteuren der Schadensprävention. Der daraus resultierende Standard – der erste seiner Art in der Glücksspielbranche – basiere auf den neuesten Forschungsergebnissen und erhielt im Oktober 2025 die Zustimmung der nationalen Normungsgremien. Die meisten Mitglieder überwachen laut EGBA bereits alle neun Verhaltensindikatoren und viele haben diese fest in sämtliche ihrer Geschäftsabläufe integriert:

- Die Mitglieder wenden Risikobewertungsmodelle an, um das Spielerverhalten kontinuierlich zu analysieren und aufkommende Risikomuster frühzeitig zu erkennen.

- Die Mitglieder haben sich verpflichtet, ihre gesamten Geschäftsabläufe schrittweise an den Standard anzupassen.

Bedeutender Meilenstein für den Spielerschutz

„Dies ist ein bedeutender Meilenstein für den Spielerschutz in Europa. Bei breiter Anwendung wird dieser freiwillige Standard zu einer früheren Erkennung risikoreichen Spielverhaltens und letztlich zu einem besseren Schutz der Spieler führen. Unsere Mitglieder sind bei der Umsetzung bereits Vorreiter: Sie wenden viele Aspekte des Standards schon heute an und haben sich verpflichtet, ihre gesamten europäischen Geschäftsabläufe entsprechend auszurichten. Wir ermutigen auch andere Anbieter, diesen Standard zu übernehmen und dazu beizutragen, das Niveau des Spielerschutzes in ganz Europa anzuheben“, sagte Maarten Haijer, Generalsekretär der EGBA.

Als freiwilliges Instrument soll der Standard die bestehenden nationalen Regulierungsrahmen in ganz Europa ergänzen. In einigen Rechtsräumen sind bestimmte Indikatoren möglicherweise nicht anwendbar, sofern sie im Widerspruch zu nationalem Recht stehen; die Umsetzung soll daher den regulatorischen Gegebenheiten des jeweiligen Marktes Rechnung tragen.