FGA-Treffen in Berlin: Den Verband stärken, damit die Gastro-Aufstellung nicht unter die Räder kommt!

Der neu gewählte FGA-Vorstand, von links: Andy Meindl, Thomas Kießling, 2. Vorsitzender Oliver Ickenroth, Michael Stang, 1. Vorsitzende Sabine Dittmers-Meyer, Schatzmeister Georg Koselka, Frank Sengpiel und der Schriftführer und Justiziar Jörg Schintze. Der neunte Gewählte, Philipp Duske, fehlte entschuldigt.

Freddy Fischer, hier flankiert von BA-Geschäftsführerin Simone Storch (links) und Luisa Ehrhardt, mit einer neuen, vielversprechenden Initiative.

FGA-Vorsitzende Sabine Dittmers-Meyer, DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker und Sozialkonzept-Spezialistin Grit Roth, AWI.

Präsentierten innovative Gastro-Lösungen: Stefan Mathes, Löwen Entertainment, Jendrik Volkmann und Marco Bollmeier, beide adp Merkur.

Impressionen von der FGA-Jahreshauptversammlung in Berlin (von links oben im Uhrzeigersinn): BA-Präsident Andy Meindl mit zahlreichen Sachbeiträgen, Jens Lorenzen und Christian Siebert mit einem „Gastro-Herz aus Gold“, die DAW-Länderbeauftragten Dr. Marc Drögemöller, Dr. Johannes Weise, Nico Ernstberger, Jennifer Broocks und Mario Tants, sowie die hessischen Unternehmer Ernst Stolz und André Stolz.

Das erste Präsenztreffen des Fachverbandes Gastronomie-Aufstellunternehmer (FGA) seit der Corona-Pandemie hielt, was es versprach: spannende und offene Diskussionen, ambitionierte Vorstandswahlen, vielfältige Ermutigungen und klare Zielsetzungen. Denn im FGA ist man sich einig: Die geschätzt rund 42 000 bis 45 000 Gastro-Aufstellplätze in Deutschland dürfen nicht unter die Räder kommen!

Sechs Stunden arbeiteten die rund 60 Anwesenden eine ehrgeizige Tagesordnung ab. Bei den Wahlen mit Michael Wollenhaupt als Wahlleiter und Simone Storch und Stephan Burger als Wahlhelfer gab es ein paar Rochaden, auch Neuzugänge.

"Gastro-Frau durch und durch"

Die Erste Vorsitzende Sabine Dittmers-Meyer (eine „Gastro-Frau durch und durch“, so anerkennend Freddy Fischer) wurde erneut mit hundertprozentigem Rückhalt gewählt, der in anderen Verbänden ebenfalls vielbeschäftigte bisherige 2. Vorsitzende Michael Stang trat für das Vize-Amt nicht wieder an, um eine Ämterhäufung zu vermeiden. An seine Stelle rückte Oliver Ickenroth, 41-jähriger Automatenunternehmer aus Frankfurt und Zertifizierungsbotschafter, auf.

Jens Lorenzen musste von der Vorstandsarbeit leider zurücktreten, um das gewachsene Arbeitspensum in der von Christian Siebert geführten Münchner FBH Gruppe noch stemmen zu können. Die Gruppe betreibt übrigens unter anderem auch ein kleines, aber feines Automatenmuseum in Wittenberge – mit großer Strahlkraft.

Die weiteren, gewählten Vorstandsmitglieder: Philipp Duske, Thomas Kießling, Schatzmeister Georg Koselka, Andy Meindl, Schriftführer Jörg Schintze, Frank Sengpiel und Michael Stang. Als Kassenprüfer werden Michael Wollenhaupt und Jens Lorenzen zur Verfügung stehen. Wichtig sei es, „die Gastronomie-Aufstellung gemeinsam zukunftssicher zu machen“, so der Appell von Frau Dittmers-Meyer an Vorstand und Mitglieder.

"Kernbestandteil unserer Branche"

In diesem Sinne sprach auch Georg Stecker. „Die Gastro-Aufstellung ist ein ganz, ganz wichtiger Kernbestandteil unserer Branche“, so der DAW-Vorstandssprecher, der unter anderem auf die konstruktiven Runden Tische I und II verwies. Sein Wunsch: „Wir brauchen klare Zukunftsperspektiven.“

Die Bedingungen für die Unternehmen hätten sich sukzessive verschlechtert. Nicht zuletzt auch durch die TR 5 seien viele Gäste in die Illegalität und in anonyme Online-Casinos ohne Spielerschutz abgewandert. Georg Stecker spannte einen Bogen von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Hilfesystem über aktuelle Probleme – Corona und die Folgen, Inflation, Personal-Engpässe – bis hin zu den „wichtiger werdenden modernen Haltungen“, beispielsweise in puncto Frauenförderung und Nachhaltigkeit.

Bitte die aktuellen Flyer überall auslegen

Das Spiel in der Gastronomie sei vor allem geprägt durch die soziale Interaktion und Geselligkeit, brach Sabine Dittmers-Meyer eine Lanze für die Gastro-Aufstellung. Sie bat darum, den aktuellen Flyer „Zukunft der Automatenaufstellung in der Gastronomie“ – mit den Vereinbarungen des Runden Tisches – möglichst an allen Aufstellplätzen auszulegen und zu verteilen. „Die Flyer sind in jedem Landesverband, aber auch direkt beim FGA abrufbar.“

Ausgezeichnet: Der FGA bietet jetzt auch hilfreiche Aufklärungs-Flyer wie beispielsweise „Illegale Fungames – was ist das?“ an. Diese richten sich insbesondere an die Ordnungsbehörden.

Gleichzeitig der Appell, dass die Automatenunternehmer bitte darauf hinwirken sollen, dass die Online-Schulungen sowohl vom Gastwirt als auch von seinen Angestellten erfolgreich absolviert werden. Mehr Infos für Interessenten unter www.gastro-aufstellung.de.

OASIS-Anmeldung jetzt vollziehen

Die Sozialkonzept-Spezialistin Grit Roth, AWI, stellte acht Punkte ins Zentrum ihres Vortrages: das Bekenntnis zu den Präventionszielen und Präventionsmaßnahmen der Deutschen Automatenwirtschaft, Sozialkonzepte vor Ort, regelmäßige Präventionsschulungen und Unterweisungen, Informationsmaterial, inklusive der Aushänge, der Anschluss an das bundesweite Sperrverfahren OASIS, die technische Sicherung der Geräte, regelmäßige Dienstbesprechungen zu dem Thema „Präventionsmaßnahmen vor Ort“ und das Erstellen eines Berichtes an die Ordnungsbehörden im Zwei-Jahres-Turnus.

Die Anmeldung an die Sperrdatei OASIS dürfe trotz der leidlich bekannten Probleme nicht auf die lange Bank geschoben werden, appellieren die organisierten Gastro-Aufsteller an die Berufskollegen. Bei Nichtbeachtung drohen Strafen. 

Was während des FGA-Treffens immer wieder aufploppte, war das Unverständnis, dass die Behörden nicht stärker gegen das immer dreister auftretende illegale Spiel vorgehen! Rino Zimmermann sprach Klartext über die Situation beispielsweise in Berlin, wo regelrechte Parallelwirtschaften und -gesellschaften zugange sind.

Illegales Spiel – ein Riesenthema

Auch von Organisierter Kriminalität war die Rede. Werde diesem Treiben nicht Einhalt geboten, könnte dies ein Sargnagel für die komplette Gastro-Aufstellung werden, so Freddy Fischer und Andy Meindl nicht ohne Sorge. Die Unternehmerin Sabine Weiser aus Niederbayern, ein neues FGA-Mitglied, äußerte den Vorschlag, dass die Mitgliedschaft in einem Automatenverband am besten zu einer gesetzlichen Pflicht für alle Automatenaufsteller werden sollte.

Für Sabine Dittmers-Meyer ist die explosionsartige Zunahme des illegalen Spiels ganz klar „eine klassische Ausweichbewegung“, wenn die Regulierung über das Ziel hinausgeschossen ist. Dass das größte Problem der Vollzug sei, betonten auch die DAW-Länderbeauftragten, die ihre Arbeit in den jeweiligen Bundesländern vorstellten.

Eine zur Diskussion einladende Präsentation der Hersteller adp Merkur und Löwen Entertainment „Wie sieht der Aufstellplatz in der Gastronomie zukünftig aus? Wo geht die Reise hin?“ brachte einigen Mehrwert. Auch haben die Hersteller neben den aktuellen Gastronomie-Lösungen spannende Entwicklungen in der Pipeline.

Sabine Dittmers-Meyer warb dafür, eigens eine Kampagne für die Gastro-Aufstellung mit DAW-Hilfe zu starten. Dazu wolle und könne man die Wirte als Werbepartner gewinnen.

"Mister Gastro" mit einer Idee

Spannend auch dieser gedankliche Antritt von „Mister Gastro“ Freddy Fischer: „Wir haben mit unseren Aufstellplätzen das Potenzial von rund 180 000 Betrieben mit gastronomischer Volllizenz noch lange nicht ausgeschöpft. Da gibt es viele attraktive neue Gastronomie-Formen, zum Beispiel Hotels mit ausgezeichnetem Bar-Betrieb oder angesagte Cocktailbars. Mit einem geilen Design der Geräte und passenden Raumkonzepten könnten wir hier erfolgreich sein.“

Fischer schlägt vor, dass Aufsteller und Hersteller in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe nach Zukunftslösungen suchen.