Freiwillige Überweisungssperren in England

Gerade ist der voraussichtliche künftige Glücksspielstaatsvertrag von den Ministerpräsidenten durchgewunken worden. Einer der Kernpunkte: Online-Spiel und -Sportwetten sollen künftig erlaubt sein, aber jeder Spieler muss eine Spielerkonto einrichten, auf das er monatlich maximal 1 000 Euro fürs Onlinegambling einzahlen darf. Die Briten haben sich für einen anderen Weg entschieden, und der scheint auch zu funktionieren.

Immer mehr Briten lassen ihr Bankkonto freiwillig für Überweisungen zu Online-Glücksspielseiten sperren. Wie das Portal casinoonline.de unter Berufung auf die „Daily Mail“ berichtet, nutzten mittlerweile 570 000 britische Bankkunden entsprechende Transaktionssperren ihrer Finanzdienstleister.

Die meisten britischen Großbanken haben sich demnach wachsendem politischen Druck gebeugt und Blocking-Optionen für Glücksspiel-Überweisungen eingerichtet. Viele Stimmen auf der Insel geben den Banken eine Mitschuld an der Ausbreitung von Spielsucht.Nach Angaben der britischen Glücksspielaufsicht zeigen derzeit 340 000 Briten Anzeichen eines problematischen Spielverhaltens.

Wie nachhaltig die freiwilligen Überweisungssperren tatsächlich sind, wird sich erst nach einem längeren Zeitraum herausstellen, denn die Verbraucher können die freiwilligen Sperroptionen nach 24 oder 48 Stunden wieder deaktivieren.

Spielerschützern gehen die Maßnahmen nicht weit genug. So begrüßt die Labour-Abgeordnete Carolyn Harris zwar die Eigeninitiative der Verbraucher, fordert aber noch mehr Engagement der Kreditinstitute. Sie müssten noch entschiedener gegen die Verschuldung von Spielern vorgehen sagt Harris.