GGL-Tätigkeitsbericht: DOCV begrüßt Dialogaufruf von Sandro Kirchner und die Forderung von stärkeren Maßahmen gegen illegale Anbieter
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat kürzlich ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Verwaltungsratsvorsitzender Sandro Kirchner erklärte, dass der Schwarzmarkt nicht vollständig verdrängt werden könne und rief die Branche zugleich zum Dialog und zur Kompromissbereitschaft auf. Der Deutsche Online Casinoverband (DOCV) begrüßt den Dialogaufruf ausdrücklich und mahnt zugleich, dass die GGL beim Vollzug gegen den illegalen Markt nicht nachlassen darf.
Die GGL sieht sich fünf Jahre nach ihrer Gründung im Regelbetrieb angekommen und entwickelt neue Ansätze für den systematischen Vollzug gegen illegale Anbieter. Laut Verwaltungsratsvorsitzendem Sandro Kirchner werde es nicht gelingen, alle illegalen Anbieter vollständig vom Markt zu verdrängen. Das illegale Angebot müsse durch Exekutivmaßnahmen teurer und unattraktiver werden.
Bei der Bekämpfung des illegalen Marktes nicht lockerlassen
„Die GGL darf bei der Bekämpfung des illegalen Marktes nicht lockerlassen. Wir unterstützen den Vorstoß von Sandro Kirchner, Maßnahmen gegen illegale Anbieter zu verstärken, vollumfänglich. Nur so lässt sich die Grundlage des Schwarzmarktes entziehen“, betont Julia Lensing, Geschäftsführerin des Deutschen Online Casinoverbandes. „Im legalen Markt greifen Jugend- und Spielerschutz, wirken Einsatzlimits und algorithmusbasierte Verhaltensüberwachung. Der illegale Markt kennt weder Schutzmaßnahmen noch Steuerzahlungen und Abgaben.“
Laut GGL-Tätigkeitsbericht beläuft sich das Marktvolumen 2025 auf 14,4 Milliarden Euro. Die GGL schätzt den Schwarzmarktanteil nach der jüngst veröffentlichten Studie auf 23 Prozent, die Kanalisierung in den legalen Markt auf 77 Prozent. Die Bruttospielerträge des illegalen Marktes werden für das Jahr 2024 auf 547 Millionen Euro beziffert.
Wirksame Strafverfolgung ermöglichen
Julia Lensing sieht Handlungsbedarf in zwei Richtungen: „Ein attraktiver legaler Markt und ein konsequenter Vollzug im illegalen Markt bringen uns weiter. Neben Payment- und Geoblocking, Netzsperren und Zusammenarbeit mit Suchmaschinen zur Anzeigenkontrolle ist die Anpassung der §§ 284 StGB ff. an das digitale Zeitalter zentral. Die geltenden Paragrafen basieren auf einem stationären Glücksspielverständnis und stoßen bei grenzüberschreitenden Online-Angeboten an ihre Grenzen. Der Tatort muss auf den Aufenthaltsort der Spielenden in Deutschland ausgeweitet werden, um eine wirksame Strafverfolgung zu ermöglichen.
Der Austausch und die Expertise aller legalen Marktteilnehmer sind die Grundlage für einen funktionierenden Markt und für eine zielführende Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrages. Der DOCV steht für diesen Dialog bereit und bringt sich konstruktiv in den gemeinsamen Austausch zwischen den legalen Anbietern, Behörden, Politik und Forschung ein.