29.08.2025

Hessischer Hotelier wirft Politik beim Umgang mit Corona-Soforthilfen „totales Staatsversagen“ vor

In einem offenen Brief wirft ein Hotelier aus Hessen der Politik beim Umgang mit Corona-Soforthilfen „Staatsversagen“ vor.

Die Rückzahlungen von Corona-Soforthilfen betreffen Betriebe in vielen Branchen. Ein Hotelier aus Hessen erlangt zurzeit überregionale Aufmerksamkeit mit einem offenen Brief, in dem er sich an den hessischen Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori wendet und der Politik „Staatsversagen“ im Umgang mit den Corona-Soforthilfen vorwirft.

Verunsicherung und Angst in der Branche

Günther Klasen, Geschäftsführer der Benessere Hotelbetriebsgesellschaft mit Sitz in Bad Salzschlirf, plädiert in einem offenen Brief gegen die Rückforderungen von Corona-Soforthilfen. Sein Unternehmen selbst sei nicht betroffen, doch sehe er die Verunsicherung und die Angst in der Branche. Er wolle Solidarität zeigen mit all denen, die betroffen sind: Gastronomen, Selbstständigen und kleinen Betrieben.

„Totales Staatsversagen“ – Vertrauen in staatliches Handeln schwindet

Er wirft der Politik „totales Staatsversagen“ vor. Die Diskussion um Rückforderungen habe nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Folgen: Das Vertrauen in staatliches Handeln werde verspielt.

Konkret sagt Klasen: „Wer in einer Krise hilft, darf Jahre später nicht so handeln, als seien die Hilfen ein Missverständnis gewesen.“

Dieses Vorgehen habe ein Klima der Unsicherheit geschaffen.

Zerstörung des deutschen Mittelstandes

Er spricht von einem „Kontrollverlust“ auf staatlicher Seite. Diese Rückforderungen seien für viele Unternehmen der letzte Stoß in den Abgrund. Das sind aus Klasens Sicht keineswegs Einzelfälle, vielmehr erkennt er eine „systematische Zermürbung“, die Deutschlands Basis – den Mittelstand – zerstöre.

„Wenn der Staat Hilfe erst verspricht, sie verspätet liefert – und Jahre später zurückfordert –, dann verliert er nicht nur sein Gesicht. Dann verliert er das Vertrauen der Gesellschaft“, legt Klasen deutlich dar.

Forderung nach Planungssicherheit und fairen Rahmenbedingungen

Daher fordert er „Klarheit und Verlässlichkeit“, zum Beispiel bei der Mehrwertsteuer in der Gastronomie. Er kritisiert die ständigen Sprünge und fordert einen verbindlichen Beschluss. Der hessische Hotelier verlangt Planungssicherheit und faire Rahmenbedingungen, andernfalls drohe in Hessen in wenigen Jahren eine „Gastronomie-Landschaft voller Leerstände“.

Das Gastro-Portal „tageskarte.io" hat den Offenen Brief von Günther Klasen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.