14.08.2026

In einem Viertel der kontrollierenden Kommunen wurden Fun-Games gefunden

Die komplette Studie kann auf der Internetseite der Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW nachgelesen werden.

Erstmals hat die Landesfachstelle Glücksspielsucht der Suchtkooperation NRW die Studie „Angebotsstruktur des terrestrischen Glücksspielmarktes NRW“ veröffentlicht und will damit – zumindest für das Bundesland Nordrhein-Westfalen – die sogenannte „Trümper-Studie“ – nach dem verstorbenen Initiator der bisherigen gesamtdeutschen Studie, Jürgen Trümper vom Arbeitskreis gegen Spielsucht in Unna, fortsetzen.

Fokus auf den legalen Markt

Auch die aktuelle Studie greift auf einen „Fragebogen zum gewerblichen Automatenspiel“ zurück, der an die Ordnungsämter in NRW versendet wurde. Aber es gibt auch deutliche Unterschiede: Die Studie wird nicht, wie die Vorgängerstudie bis 2024, bundesweit durchgeführt und fokussiert sich auf den legalen Markt, erfasst aber weitere terrestrische legale Glücksspielformen – inklusive Lotto, Sportwetten und Spielbanken. Abschließend vergleicht die Studie das Verhältnis vom terrestrischen Glücksspiel zu Suchtberatungsstellen.

Geldspielgeräte: Minus von 5,3 Prozent

Die Studie vergleicht die Angebotsstruktur der Spielhallen und Geldspielgeräte in den Jahren 2024 und 2026. Dabei sind mehrere Ergebnisse auffällig: So ist die Zahl der Kommunen ohne Spielhalle von 68 auf 75 gestiegen (+10,3 Prozent). Die Spielhallenkonzessionen wurden weniger – von 2 440 (im Jahr 2024) auf 2 212 (im aktuellen Jahr 2026). Ein Minus von 9,3 Prozent. Die Spielhallenstandorte gingen von 1 780 auf 1 509 zurück – ein Minus von 15,3 Prozent. Auch die Geldspielgeräte insgesamt reduzierten sich in dem Zweijahreszeitraum – von 26 276 (2024) in Spielhallen, auf 23 873 Geräte in 2026. Ein Minus von 2 403 Geräten (-9,1 Prozent). Im gleichen Zeitraum nahmen die Geldspielgeräte in Gaststätten zu – von 7 957 auf 8 530 (+573 Geräte, 7,2 Prozent. Insgesamt sank die Gesamtzahl der Geldspielgeräte von 34 233 auf 32 403 (-1 830 Geräte, -5,3 Prozent).

30,9 Prozent der Kommunen führten keine Außenkontrollen durch

Laut der Studie sei zudem der „hochgerechnete Kasseninhalt“ der Geldspielgeräte gestiegen – von 746,69 Millionen Euro (2024) auf 942,26 Millionen Euro (2026). Allerdings weist die Studie auch darauf hin, dass für diese Hochrechnung Durchschnittswerte herangezogen wurden und, die berichteten Kasseninhalte hier als Näherung zu verstehen seien.

Bei der Untersuchung des Angebots der illegalen Fun-Games in NRW ergibt sich, dass im Jahr 2025 in 107 der befragten Kommunen (30,9 Prozent) im Jahr 2025 keine Außenkontrollen von Spielstätten durchgeführt haben. In fünf der 346 erfassten Kommunen (1,4 Prozent) sei es nicht möglich gewesen „die Gerätegattung der vorgefundenen Geräte“ zu bestimmen.

Das Bild bleibt unvollständig

In einem Viertel (25,7 Prozent) der Kommunen die Außenkontrollen im vergangenen Jahr durchgeführt haben, wurden Fun-Games vorgefunden. Diesen Anteil bezeichnet die Studie als „Untergrenze“. Und weiter: „Das Bild bleibt unvollständig, und die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Problematik illegaler Geräte fortbesteht. Zwar gaben sämtliche erfassten Großstädte an, Kontrollen durchgeführt zu haben, doch sagt diese Angabe nichts über Umfang und Häufigkeit der Kontrollen aus. Wie wahrscheinlich es ist, dass eine einzelne Spielstätte tatsächlich kontrolliert wird, lässt sich mit den vorliegenden Daten nicht sagen.“

Zum Vergleich des Glücksspielangebots mit dem Hilfeangebot führt die Studie der Landesfachstelle aus, dass in 99,1 Prozent der erfassten Kommunen mindestens eine Form des Glücksspielangebots vorhanden sei, eine Beratungsstelle mit Landesförderung sich jedoch in 13,3 Prozent finde. Hieraus lasse sich jedoch keine Unterversorgung ableiten, da die Beratungsstellen über größere Einzugsgebiete verfügten. Aber: „Um die Erreichbarkeit in kleinen Kommunen zu verbessern, sind aufsuchende, mobile oder digitale Beratungsformate sinnvoll“, so die Studie.