Neue Online-Vorbereitungsmaßnahme für Externenprüfung

Günter Holthausen (li.) und Erwin Koschembar, hier mir Grit Roth, sind die Ausbildungsexperten der AWI.

In Zeiten von Betriebsschließungen und wirtschaftlicher Belastung rücken die Themen Aus- und Weiterbildung für gewöhnlich in den Hintergrund, sollten aber dennoch nicht aus den Augen verloren werden. Entsprechende Angebote stellen für die Beschäftigten einen starken Anreiz dar, im Unternehmen zu bleiben, und Arbeitgeber profitieren im betrieblichen Alltag von fachkundigem und zuverlässigem Personal.

Wie das Forum der Automatenunternehmer mitteilt, hat die AWI wegen der aktuellen Pandemiesituation eine Online-Vorbereitungsmaßnahme für die sogenannte Externenprüfung zur Automatenfachkraft konzipiert. Sie soll die zuletzt ausgefallenen Präsenzschulungen ersetzen und schon in Kürze starten.

Was ist eine Externenprüfung?

Mit der Externenprüfung erhalten Beschäftigte mit langjähriger Berufserfahrung die Gelegenheit, einen anerkannten Berufsabschluss nachzuholen. Eine Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) bietet die Chance, einen solchen Abschluss auch ohne vorherige Ausbildung zu erhalten.

Die Anforderungen in der Externenprüfung sind identisch mit denen der Abschlussprüfung für Auszubildende, wodurch die Mitarbeitenden einen vollwertigen Nachweis Ihrer zuvor als „Berufspraktiker“ erbrachten Leistungen und Fähigkeiten erhalten. Diese Möglichkeit stellt dabei nicht nur für die Mitarbeitenden selbst, sondern auch für den Betrieb eine langfristige Investition dar. Maßnahmen wie diese können dabei helfen, die Stellung des oder der Mitarbeitenden als anerkannte Fachkraft im Betrieb zu festigen und somit die Bindung des Personals an das Unternehmen nachhaltig zu stärken. Nicht zuletzt stellt die Externenprüfung daher auch eine Investition in die Steigerung der betrieblichen Qualität dar.

Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Grundsätzlich müssen Anwärterinnen und Anwärter der Externenprüfung vor der IHK mindestens das Anderthalbfache der Ausbildungsdauer, nämlich 4,5 Jahre, im Beruf tätig sein. Angerechnet werden können jedoch auch artverwandte Tätigkeiten wie beispielsweise aus dem Hotel- und Gaststättenbereich.

Die nun von Seiten der AWI realisierte Online-Vorbereitungsmaßnahme dauert insgesamt 18 Monate und beinhaltet 18 Wochen Unterricht, der in Vollzeit besucht werden muss. Einmal pro Monat müssen die Mitarbeitenden daher jeweils eine Woche lang von der Arbeit freigestellt werden. Über den Unterricht hinaus ist eine kontinuierliche und stete Mitarbeit in der Freizeit erforderlich, da das Lern- und Prüfungsziel andernfalls nicht erreicht werden kann. Daher sollten die teilnehmenden Mitarbeitenden über starke Motivation und Eigendisziplin verfügen, um erfolgreich an dieser Maßnahme teilzunehmen.

Nähere Infos

Während die Maßnahme einen relativ hohen Umfang besitzt, sind deren Kosten im Vergleich zur Präsenzschulung geringer. Sie belaufen sich auf 120 Euro netto pro Monat. Kommen in den Kursen mehr als 15 Teilnehmende zustande, reduziert sich der Monatspreis auf 80 Euro. Die Maßnahmen können jederzeit starten, sobald die erforderliche Mindestanzahl an Teilnehmenden zustande kommt.

Wie die AWI informiert, fällt die Vorbereitung zur Externenprüfung als reine Online-Maßnahme nicht unter die Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit. Es gäbe jedoch einige länderspezifische Fördermaßnahmen, über die eine teilweise Erstattung der Lehrgangskosten möglich ist. Auskünfte hierüber erteile die zuständige IHK. 

Anmeldungen erbittet die AWI per Mail an ausbildung@awi-info.de. Weitere Auskünfte zum Thema Aus- und Weiterbildung gibt es bei Günter Holthausen (Mail: gholthausen@awi-info.de, Mobil: 0170-5660027) und Erwin Koschembar (Mail: ekoschembar@awi-info.de, Tel.: 030 240877-66)