20.05.2022

Neue TV-Dokumentation "7 Tage in der Spielhalle" berichtet objektiv und fair

Sieben Tage in der Spielhalle! Links der Spielgast Dirk, rechts die TV-Reporterin Anna-Katrin Eutin.

Die TV-Macherin dokumentiert eine Woche lang die Normalität in "Blackys Spielothek" in Oberursel.

An der Theke: Joana Becker erklärt der Journalistin die Funktionsweise der Spielersperrdatei OASIS.

Spielgast Erik spielt gerne vor seinen anstrengenden Schichten im Restaurant mit einem festen Limit.

Auch Unternehmer Christoph Schwarzer stellt sich den Fragen der neugierigen, empathischen Reporterin.

Ab sofort ist die 30-minütige Reportage des Hessischen Rundfunks „7 Tage in der Spielhalle“ in der Mediathek zu sehen (unser Link am Ende des Berichtes). AutomatenMarkt-Prädikat: Empfehlenswert! Offizielle Erstausstrahlung im TV: am Sonntag, 29. Mai 2022, um 18.30 Uhr im hr-Fernsehen, eines der dritten Programme der ARD.

In der Reihe „7 Tage …“ begleitet ein Journalist eine Woche lang Menschen vor Ort. „7 Tage in der Spielhalle“ wurde im Wesentlichen in „Blackys Spielothek“ in Oberursel gedreht und besticht durch die entspannte, um Objektivität bemühte Herangehensweise.

TV-Macher bemüht um Sachlichkeit

Schon wie sachlich der Hessische Rundfunk in der Mediathek für die Doku wirbt, ist berichtenswert. Wir zitieren: „Fast eine Viertelmillion Spielautomaten sind in Deutschland legal aufgestellt – hinter abgelebten Scheiben an Autobahnraststätten, in Fußgängerzonen oder Gewerbegebieten. Anne-Katrin Eutin hat sich eine Woche in diese Parallelwelt begeben. In einer Spielhalle in Oberursel hat sie Menschen kennengelernt, die sie dort dem Klischee nach gar nicht vermutet hätte. Sie hat ihren eigenen Spieltrieb herausgefordert und die Anziehungskraft von Glücksspiel im Eigenversuch getestet. Und sie hat mit Unternehmern, Mitarbeitenden und Gästen diskutiert, ob und wie Spielen und Sucht denn nun zusammenhängen und was ehrliche Maßnahmen sind, damit Spielen Spaß bleibt und nicht zum Zwang wird.“

Spielgast Erik hört auf sein Bauchgefühl

Doch direkt zur Doku. Am Anfang berichtet die erfahrene Servicekraft Mimmi der Reporterin von ihrem Alltag. Sympathisch auch Joana Becker, die für Automatenunternehmer Christoph Schwarzer mehrere Filialen leitet. Wir erfahren beispielsweise, dass sie in der Freizeit zum Stressabbau mit Lego „spielt“.

Spielgast Erik, ein Restaurantmitarbeiter, besucht „Blackys Spielothek“ gerne vor Schichtbeginn an den Vormittagen zum Relaxen. Er setzt sich ein Limit zwischen 20 und 70 Euro und lässt sich beim Spiel von seinem „Bauchgefühl“ treiben. Ein anderer Gast, ein Baumaschinenunternehmer, hat gerade 140 Euro gewonnen. In Spielbanken spiele er nicht, erzählt dieser Mann, weil dort das Risiko- und Suchtpotenzial für ihn nicht mehr beherrschbar sei. Deshalb das „kleine“, gewerbliche Spiel.

Illegale Anbieter im Fokus der Kritik

Unternehmer Christoph Schwarzer bricht im Gespräch mit der Reporterin eine Lanze für unsere Branche und für echten Spielerschutz. Gleichzeitig geht er mit den illegalen Anbietern hart ins Gericht. Weiter lernt der Zuschauer den Stammgast Dirk kennen, einen Getränkelieferer, der gemeinsam mit seiner Frau nur „entspannen will“ und „große Gewinne nicht erwartet“.

Ein Besuch beim Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Hochtaunuskreis und das Gespräch mit einer Fachberaterin für Glücksspielsucht versucht die Frage auszuloten, wann Spielsucht beginnt.

Ein Betroffener erzählt davon, dass sich bei ihm Spielsucht schon in der Kindheit angebahnt habe. So spielte der Vater mit ihm Poker um Geld. Später als Erwachsener verlor er an drei Abenden an einem Pokertisch 200 000 Euro.

Gäste passen nicht in das Klischee

Wieder schafft es die Reporterin Anne-Katrin Eutin, zu objektivieren und zu relativeren. Die Sucht weniger steht im Kontrast zu den Freiheitsrechten vieler. Nebenbei lernt der Zuschauer auch die OASIS-Sperrdatei oder Spielerschutzmaßnahmen an den Geräten wie die fünfminütige Zwangspause nach einer Stunde Spiel kennen.

Frau Eutin bekennt auch, dass sie überrascht von den Gästen in „Blackys Spielothek“ gewesen sei, Gäste, die so gar nicht ins gängige „Zockerklischee“ passen: ein pensionierter Beamter mit seiner Ehefrau, zwei junge Freundinnen in hipper Kleidung oder eine Familienmutter mit Hündchen.

Hier der Link zur Dokumentation "7Tage in der Spielhalle".