Stadt Heidenheim beschlagnahmt 42 manipulierte illegale Spielautomaten
Im Zuge intensivierter Schwerpunktaktionen wurden im Stadtgebiet von Heidenhem insgesamt 42 illegal betriebene Spielgeräte beschlagnahmt.
Das illegale Glücksspiel bleibe eines der größten verdeckten Probleme unserer Gesellschaft, teilt die Stadt Heidenheim in einer Pressemeldung mit. In Heidenheim ist Arndt Borgmann Experte für illegale Glücksspielautomaten. Seit 2011 ist er ständiges Mitglied der Soko Kriminalität und Glücksspiel Ruhr.
Kein Spielerschutz im illegalen Milieu
Die Stadt berichtet, dass die Geräte meist abseits legaler Spielhallen in Shisha-Bars und Gaststätten entdeckt werden. Des Weiteren habe sie beobachtet, dass die „Szene“ zunehmend in die Illegalität auswich, nachdem der legale Markt im Jahr 2017 durch strengere technische Richtlinien, Fiskal-Auslesungen und die Reduzierung von maximal drei auf zwei erlaubte Geräte pro Gaststätte stark reglementiert wurde. Der Spielerschutz ist im illegalen Milieu komplett ausgehebelt.
Steuerhinterziehung, Drogenhandel oder Geldwäsche sind nicht weit
„Während gesetzliche Vorgaben Gewinne oder Verluste auf 400 Euro limitieren, sind illegale Geräte gezielt manipuliert und dort existieren keinerlei Absicherungen“, teilt die Stadt mit. Fiktiv könnten Betroffene bei Verlusten von 200 Euro im Zwei-Sekunden-Takt extreme Summen innerhalb kürzester Zeit verspielen. Zudem seien die Kontrollen im illegalen Glücksspielrecht eng mit anderen Deliktsfeldern wie Steuerhinterziehung, Drogenhandel oder Geldwäsche verknüpft.
In der Praxis liest die Stadt Heidenheim die Geräte vor Vernichtung präzise aus, denn jedes Gerät verfügt über eine Seriennummer oder IP-Adresse. Illegale Geräte seien oft leicht zu identifizieren. Sie würden über ausländische Software Gewinne von bis zu 400 000 Euro suggerieren, die „jedoch niemals ausgezahlt werden können“.
Illegale Geräte werden konsequent zerstört
„Da es sich meist um gefährliche Selbstbauten ohne jegliche TÜV-Prüfung oder technische Siegel handelt, werden die Geräte nach der Beweissicherung nicht eingelagert, sondern konsequent zerstört. Mittels Trennschleifern werden die Korpusse unbrauchbar gemacht und die Platinen vernichtet“, heißt es in der Pressemitteilung.
Der Erfolg der Schwerpunktaktionen bei der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels basiere auf der engen, ganzheitlichen Kooperation der Behörden. Der Fachbereich Recht, Ordnung und Sicherheit arbeite hierzu in einem starken Netzwerk aus Kriminalpolizei, Zoll, Landratsamt und Justizbehörden zusammen.