Tag des Automatenunternehmers: Informativ und unterhaltsam

Ole Freiherr von Beust: "Spielgäste haben bei der Poltik keine Druck erzeugende Lobby."

Trigema-Chef Wolfgang Grupp: "Manager sollten für ihre Entscheidungen haften."

Der zweite, vom BA organisierte, Tag des Automatenunternehmers, der am 13. Juni in Berlin stattfand, geriet zu einer gleichermaßen informativen und unterhaltsamen Veranstaltung und darf zu Recht als voller Erfolg bezeichnet werden. Wichtige Akzente setzten dabei die externen Referenten Ole Freiherr von Beust und Professor Dr. Dirk Uwer. Als echter Entertainer präsentierte sich der Inhaber des Bekleidungsunternehmens Trigema, Wolfgang Grupp.

BA-Präsident Thomas Breitkopf betonte in seiner Eröffnung, dass sich der Tag des Automatenunternehmers mit allen Facetten des Automatenspiels befassen werde und gab einen Überblick über die derzeitige Lage: „Wir leben in unruhigen Zeiten, müssen unsere Probleme benennen und darüber nachdenken, wie wir sie lösen können“, sagte Breitkopf.

Vorteilhafte BA-Struktur

„Die föderale Struktur des BA hat sich in dieser Zeit als vorteilhaft erwiesen“, betonte der BA-Präsident. „Die Landesverbände arbeiten vor Ort autonom, aber dennoch sind wir nur gemeinsam stark.“

Für den politischen Blick auf die Branche stand als Gastredner der früherer Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole Freiherr von Beust. Steuern einnehmen und gleichzeitig Spielsucht vermeiden, fasste von Beust die ein Stück weit gegenläufigen öffentlichen Erwartungen zusammen.

„Teilweise überlobbyiert“

Eine Lösung der Probleme werde verschleppt, weil Spieler als Konsumenten, anders als beispielsweise Auto- oder Radfahrer, keine Druck erzeugende Lobby hätten, analysierte von Beust und attestierte dem gewerblichen Automatenspiel zumindest in Hamburg „teilweise überlobbyiert“ gewesen zu sein.

„Da schaltet die Politik auf Durchzug“, so der Ex-Bürgermeister. „Es ist besser, weniger, aber dafür die richtigen Politiker anzusprechen.“

Wolfgang Grupp, Inhaber des Bekleidungsunternehmens Trigema, das damit wirbt nur in Deutschland zu produzieren, nahm bei seiner Mittelstands- und Unternehmerkritik kein Blatt vor den Mund, hatte die Lacher auf seiner Seite und erhielt mehrfach Szenenapplaus.

„Gier und Größenwahn“

Viele Manager litten heute unter Gier und Größenwahn bei gleichzeitiger Verantwortungslosigkeit. Es würde Zeit, dass die Führungskräfte für ihre Entscheidungen haften müssten.

„Wir haben keine Neidgesellschaft, sondern eine Gerechtigkeitsgesellschaft“, sagte Grupp. „Die Leute finden es okay, wenn einer viel verdient, aber es muss auch Leistung da sein.“ Er selbst habe die Rechtsform seines Unternehmens von GmbH in eK geändert, sodass er persönlich für alle Verbindlichkeiten hafte.

Den Trigema-Erfolg begründet Grupp damit, dass er keine Massenware produziere, sondern auf Qualität und hohe Flexibilität setze. Es komme darauf an, Produkte herzustellen, die der Kunde wolle, die er sich leisten wolle. Zudem könne Trigema immer in sehr kurzer Zeit liefern.

Daneben gab es noch viele weitere spannende Punkte. Einen ausführlichen Bericht zum Tag des Automatenunternehmers finden Sie in unserer Juli-Ausgabe.