Uni Augsburg: Erste universitäre Forschungsstelle für eSport-Recht gegründet

Der professionelle Wettstreit in Videospielen boomt. Dabei stellen sich viele neue juristische Fragen, die im Fokus der neuen Forschungsstelle an der Universität Augsburg stehen.

An der Universität Augsburg wurde die erste universitäre Forschungsstelle für eSport-Recht (FeSR) in Deutschland gegründet.

Diese ist eine unabhängige Einrichtung der Juristischen Fakultät und befasst sich mit den zahlreichen juristischen Fragen, die sich – bedingt durch das rasante Wachstum des eSports – bereits seit einigen Jahren stellen.

Das Phänomen eSport boomt. Der eSport werde spätestens 2020 mit einem geschätzten Umsatz von knapp 1,3 Milliarden Euro ein globaler, boomender Markt, legt die Uni Augsburg dar.

Status als Sport

Inwiefern „eSport“ überhaupt als „Sport“ im herkömmlichen Sinne anzuerkennen und dementsprechend auch rechtlich als solcher zu behandeln sei, sei eine zentrale – wenn auch bei Weitem nicht die einzige – Frage. Die an den Status als Sport anknüpfenden Rechtsfolgen seien unter anderem für das Arbeits-, Steuer- und Minderjährigenschutzrecht oder für Sportwettbetrug und Glücksspielrecht von besonderer Bedeutung.

Die Forschungsstelle werde sich laut eigenen Angaben zukünftig zum Beispiel mit folgenden Fragestellungen beschäftigen: Wie ist es um die Gemeinnützigkeit von eSport-Vereinen bestellt? Was gilt beim (technischen) Arbeitsschutz für die professionellen Computer- und Videospieler? Wie ist es um Korruption und Kriminalitätsrisiken im eSport bestellt? Was ist die urheberrechtliche Bedeutung von Cheating (beispielsweise durch Bots)?

„Zahlreiche juristische Herausforderungen, die sich zwar bereits seit einigen Jahren stellen, jedoch erst bedingt durch das rasante Wachstum der letzten Jahre zunehmend gesellschaftlich relevant werden, waren für uns der Anlass eine eigene Forschungsstelle für eSport-Recht an der Universität Augsburg zu gründen. Die Besonderheit am Thema ist, dass dort neue Akteure auf bekannte Gegebenheiten (beispielsweise klassisches Sportrecht) und künftige Herausforderungen treffen“, sagt der Augsburger Jurist Prof. Dr. Martin Maties, der die Forschungsstelle leitet.

Er hat die wissenschaftliche Einrichtung gemeinsam mit den anderen Augsburger Juristen Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Kubiciel, Nepomuk Nothelfer und Philipp Schlotthauer im Januar 2019 gegründet.

Wissenschaftlicher Austausch sowie Beratung von Politik und Wirtschaft

Ziel sei es, juristische Forschung im Bereich eSport zu betreiben, um die Entwicklung der Branche zu unterstützen.

Darüber hinaus versteht sich die FeSR als Ansprechpartnerin für Politik, Ministerien, Verbände und Unternehmen. Aber auch der wissenschaftliche Austausch soll vorangetrieben werden. Neben Vorträgen und Konferenzen soll eine eigene Schriftenreihe zum eSport-Recht das Thema weiter voranbringen. Bereits für den 17. Mai 2019 ist eine erste Tagung zum eSport-Recht („Politik, Praxis und Wissenschaft im Dialog“) an der Universität Augsburg geplant, bei der Akteure der Branche und die juristische Wissenschaft gemeinsam rechtliche Themen rund um den eSport diskutieren werden.