Wohnung gekapert und umgenutzt

Während der Mieter im Knast sitzt, wird ohne sein Wissen eine illegale Spielhalle aus seiner 35 Quadratmeter großen Einzimmerwohnung. Klingt unglaublich, ist aber jetzt in Wien tatsächlich passiert.

Aufgeflogen ist das Ganze, weil der in Haft sitzende Mieter seinen Bruder gebeten hatte, während seiner Abwesenheit ein Auge auf die Wohnung zu haben. Eines Tages konnte der Bruder die Wohnungstür aber trotz Schlüssels nicht öffnen. Er rief die Polizei, weil offenbar das Schloss ausgetauscht worden war.

Nach der polizeilichen Öffnung der Tür „habe sich den Beamten ein irritierendes Bild geboten“, wie es heißt. Das Appartement in eine illegale Mini-Spielhalle verwandelt worden. In der Kochnische habe ein Spielautomat gestanden, im winzigen Badezimmer ein professioneller Geldwechsler.

Nach Angaben der österreichischen Finanzpolizei hätten Befragungen von Nachbarn ergeben, dass in den Wochen zuvor ein reger Verkehr in der Wohnung zu beobachten gewesen sei. Die Ermittlungen führten zu einem Mann aus Tschetschenien, der die Wohnung „gekapert“ und zu einer illegalen Spielhalle umfunktioniert haben soll. Gegen ihn sei eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Glücksspielgesetz erstattet worden.

Das sogenannte Kleine Glücksspiel, also das Spiel am Automaten, ist in Wien ausschließlich in den lizenzierten Spielbanken der Casinos Austria AG erlaubt. Fahnder stoßen jedoch immer wieder auf illegal errichtete Spielstätten, die, wie es heißt, oft „einen hohen Professionalitätsgrad“ aufweisen.