„Der Glücksspielstaatsvertrag droht zu scheitern, bevor er in Kraft getreten ist.“

DOCV-Präsident Dr. Dirk Quermann

Dr. Dirk Quermann, Präsident Deutscher Online Casinoverband (DOCV), übt erneut heftige Kritik an dem in zwei Monaten in Kraft tretenden Glücksspielstaatsvertrag: „Der Glücksspielstaatsvertrag droht zu scheitern bevor er überhaupt in Kraft getreten ist“, so Quermann. „Deutschland droht bei den Online-Glücksspielangeboten ein erheblicher Schwarzmarkt. Im Sommer könnte mehr als jedes zweite Angebot ein Illegales sein.“

Hinzu komme eine Fülle restriktiver Regelungen für die Spiele selbst, die die Attraktivität der lizenzierten Angebote stark minderten, sagt der DOCV-Präsident. Die Flucht der Verbraucherinnen und Verbraucher zu unlizenzierten Schwarzmarktanbietern aus dem Ausland zeige sich schon jetzt deutlich, schließlich seien diese Angebote nur einen Klick entfernt.

„Leidtragende dieser marktfernen Regulierung werden die Verbraucher sowie die lizenzierten Anbieter sein“, prognostiziert der DOCV-Präsident.

Neue Goldmedia-Studie

Hintergrund der erneuten Kritik Quermanns ist eine neue Sturdie von Goldmedia, die heute auf der Veranstaltung „Spobis Special: Sportwetten und Glücksspiel“ vorgestellt wird. Darin heißt es, dass die Kanalisierung der Verbraucher hin zu regulierungswilligen Online-Glücksspiel Anbietern massiv gefährdet sei.

Die Studie untersucht, welche Glücksspielformen und Angebote die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland aktuell im Internet nutzen und wie sich ihre Nutzung seit dem 15. Oktober 2020, dem Beginn des Übergangszeitraums bis zum Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrag verändert hat. Etwa 25 Prozent des Spielgeschehens spielt sich der Studie zufolge schon jetzt bei Anbietern ab, die sich nicht an die strengen Regeln während des Übergangszeitraums halten. Sollten die aktuellen Besteuerungspläne Realität werden, könnten sie zusätzlich nochmal 31 Prozent der Verbraucher in den Schwarzmarkt treiben.

Der aktuelle Gesetzentwurf für die Besteuerung der Online-Glücksspiel Angebote in Höhe von 5,3 Prozent auf den Spieleinsatz erschwere die erfolgreiche Kanalisierung der Nachfrage in den legalen Markt massiv. Das zeigt die Studie von Goldmedia eindeutig. Denn mit der geplanten Einsatzbesteuerung verringert sich zwangsläufig die Auszahlquote lizenzierter Angebote. Die Höhe der Auszahlquote ist laut der Studie der wichtigste Entscheidungsfaktor für Spieler bei der Angebotsauswahl.

Deswegen fordert Dr. Quermann: „Wir brauchen eine Besteuerung, die die Kanalisierung der Verbraucherinnen und Verbraucher in den legalen Markt fördert, statt sie zu behindern.“ Es müsse ein Umdenken stattfinden: „Es wäre zu begrüßen, wenn die Abgeordneten des Deutschen Bundestags diese Besteuerung nicht unter hohem Zeitdruck beschließen, sondern noch einmal sorgfältig abwägen“, so der DOCV-Präsident.