EGBA fordert die EU-Kommission auf, gegen den zunehmenden Online-Betrug im Glücksspielsektor vorzugehen
Die European Gaming and Betting Association (EGBA) fordert die EU-Kommission zu einem entschlosseneren Vorgehen gegen Online-Betrug im Glücksspielsektor auf.
Wie der europäische Branchenverband mitteilt, habe man der Kommission im Rahmen der jüngsten Konsultation zum geplanten EU-Aktionsplan gegen Online-Betrug umfangreiche Belege vorgelegt. In seiner Stellungnahme fordert der Verband ein koordiniertes Vorgehen der EU gegen betrügerische Glücksspielseiten und -Apps, die den Ruf seriöser Anbieter ausnutzen.
Dokumentierte Beweise
Gestützt auf dokumentierte Beweise zeige die EGBA-Stellungnahme, wie Betrüger systematisch lizenzierte Glücksspielanbieter imitieren, um Verbraucher in ganz Europa zu täuschen. Die Beweise umfassten Beispiele für betrügerische Websites mit Domainnamen, die denen seriöser Anbieter ähneln oder diese imitieren, illegale Glücksspiel-Apps, die über Google Play und den Apple App Store verbreitet werden, Phishing-Kampagnen, die sich als lizenzierte Marken ausgeben, und Werbung in sozialen Medien, die Nutzer zu Echtgeld-Apps außerhalb der EU führt, die als Spiele getarnt sind.
Risiko für Spieler
Diese Betrugsarten würden Spieler dem Risiko von Identitätsdiebstahl, finanziellen Verlusten und unsicheren Spielumgebungen aussetzen, in denen die von regulierten Anbietern angebotenen, etablierten Schutzmechanismen wie der Selbstausschluss nicht greifen. Mitglieder der EGBA würden berichten, dass betrügerische Domains und Anwendungen in ganz Europa häufig kurz nach ihrer Abschaltung wieder auftauchen und so trotz kontinuierlicher Überwachung, Benachrichtigungen über Abschaltungen und wiederholter Durchsetzungsmaßnahmen weiterhin ein Risiko für die Verbraucher darstellen.
Illegale Anbieter erzielen 2025 laut EGBA circa 18 Milliarden Euro
Illegale Anbieter erzielen laut EGBA schätzungsweise 27 Prozent (im Wert von circa 18 Milliarden Euro) des gesamten Bruttospielertrags des europäischen Online-Glücksspielmarktes im Jahr 2025. Daher thematisiert der Branchenverband mit Sitz in Brüssel die Risiken durch Offshore-Anbieter mit Sitz außerhalb der EU, die „das Risiko für Verbraucher bewusst erhöhen, indem sie fälschlicherweise behaupten, über von EU-Ländern ausgestellte Glücksspiellizenzen zu verfügen, ihren Regulierungsstatus falsch darstellen und Glücksspielprodukte als Spiele tarnen“. Diese Betrugsmuster stünden in engem Zusammenhang mit der rasanten Ausbreitung unregulierter, illegaler Plattformen in Europa, die sowohl Verbraucher als auch legitime Anbieter gefährden, so EGBA.
Der Aktionsplan der Kommission zur Bekämpfung von Online-Betrug soll im zweiten Quartal 2026 verabschiedet werden.
Koordinierte Maßnahmen auf EU-Ebene für Kampf gegen Illegalität gefordert
Dr. Ekaterina Hartmann, Leiterin der Rechts- und Regulierungsabteilung der EGBA, erklärte: „Die von uns gesammelten Beweise zeigen, wie Betrüger systematisch das Vertrauen der Verbraucher in den lizenzierten Glücksspielmarkt ausnutzen. Dadurch gefährden sie europäische Verbraucher und ermöglichen dem illegalen Online-Glücksspielmarkt ein Wachstum. Von gefälschten Websites und betrügerischen Apps über Phishing-Kampagnen bis hin zu Betrugsmaschen in sozialen Medien – diese Bedrohungen tauchen so schnell wieder auf, wie sie beseitigt wurden. Einzelne nationale Ansätze zur Bekämpfung dieser Betrugsarten reichen nicht aus. Wir brauchen koordinierte Maßnahmen auf EU-Ebene, um sicherzustellen, dass Verbraucher und seriöse Anbieter nicht länger einen aussichtslosen Kampf gegen Betrug führen müssen.“
Die vollständige EGBA-Stellungnahme und die dazugehörigen Beweise lesen Sie hier: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/16313-Fighting-online-fraud-action-plan/F33372795_en