FSH-Vorstand schlägt Verbandsauflösung vor
FSH-Vorsitzender Frank Waldeck (links) und die stellvertretenden Vorsitzenden Andreas Braun und Petra Höcketstaller.
Paukenschlag bei der Jahreshauptversammlung vom Fachverband Spielhallen am Dienstag, 23. Juni, im oberbayerischen Unterschleißheim. Bei der Begrüßung durch FSH-Vorstand Frank Waldeck verweist dieser auf die vielen Erfolge des Fachverbands in seiner 14-jährigen Geschichte, um danach einstimmig mit dem kompletten Vorstand die Auflösung des Verbands vorzuschlagen.
Viel in dem illegalen Sumpf trockengelegt
„Der FSH wurde mit einem Kreis von Leuten gegründet die mehr aus der Verbändearbeit herausholen wollten“, wirft Waldeck einen Blick zurück in die Verbandsgeschichte. Dass das dem Fachverband auch gelungen ist, erläutert Waldeck in einer kurzen Zusammenfassung der erfolgreichen FSH-Arbeit: „Die App BAlarm kam vom FSH, über sowas hat vorher gar keiner nachgedacht.“
Durch diese Initiative sei „sehr viel in dem illegalen Sumpf trockengelegt worden, aber natürlich nicht alles, denn das ist wie eine Hydra. Du schlägst einen Kopf ab und zwei neue wachsen unverzüglich nach.“
Der FSH habe auch als erstes ein Corona-Hygienekonzept für die gesamte Branche gehabt. „Wir haben uns gekümmert.“ Die Liste lasse sich noch deutlich erweitern: Branchenbroschüre „Auf den Punkt“ mit einem Überblick über die Spielhallenbranche und „die EU-Beihilfebeschwerde von Marcus Seuffert lief natürlich mit Unterstützung des FSH“, so Waldeck, und vieles mehr. „Das alles ist ja mit einem Ziel passiert – man könnte ja durchaus sagen, eine Umkrempelung der Verbändewirtschaft, eine Steigerung der Effizienz und Effektivität“, so der FSH-Vorstand, und: „Alles das was wir damals wollten, das ist ja in Erfüllung gegangen und das nur in 14 Jahren.“
Keiner möchte in Opposition zu sich selbst arbeiten
Als wichtige politische Baustelle hat der FSH den Bund-Länder-Ausschuss ausgemacht, „denn die Länder entscheiden jetzt, wie der Gesetzesentwurf aussieht, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass dieser Gesetzesentwurf im Bundesrat nicht scheitert.“ Gerade in den Ländern werde entschieden, „ob die Spielverordnung für uns gut ausgeht“. Aber auch die Spielverordnung werde in den Ländern unterschiedlich ausgestaltet. Waldeck: „Sperrzeiten, Abstandsregelung und Zahl von Geräten – das sind wiederum Punkte die müssen in 16 Bundesländern mit Inhalten gefüllt werden, und zwar schon jetzt“, so Waldeck weiter. „Wenn wir den FSH weiterführen würden, dann wären wir am Ende unsere eigene Opposition und keiner im Vorstand möchte in einer Opposition zu sich selbst arbeiten. Der FSH hat sein Ziel erreicht und unser Ziel ist es, den FSH zum 31. Dezember 2026 abzuwickeln“, führt der Verbandsvorsitzende aus.
Online-Versammlung im September geplant
Die letztendliche Entscheidung über die Auflösung erfordert einen separaten Mitgliederentscheid. Dafür hat Waldeck für September gemäß den Verbandsvorschriften eine eigene Online-Mitgliederversammlung angekündigt. Dabei müssen mindestens zwei Drittel aller stimmberechtigten Mitglieder mitmachen. Sollte die Zahl der Mitglieder beim ersten Termin nicht reichen, muss vier Wochen später ein zweiter Online-Termin gesetzt werden, bei dem die Mindestzahl dann aufgehoben ist.
Einstimmige Wiederwahl
„Jeder von uns steht auch dafür zur Verfügung das ordnungsgemäß abzuwickeln, wie sich das gehört“, so Waldeck. So erfolgte dann auch eine einstimmige Wiederwahl des FSH-Vorstands um den Vorsitzenden Frank Waldeck, die stellvertretenden Vorsitzenden Andreas Braun, Petra Höcketstaller, Tobias Schneegans und die Vorstandsmitglieder Dirk Fischer, Michael Holderer, Johanna Bergstein und Marcus Seuffert.
Trotz der gravierenden Nachricht über die Pläne für die Verbandsauflösung gab es viele weitere wichtige Informationen: Justiziar Tim Hilbert berichtete aus den Bundesländern, Vorstandsmitglied Dirk Fischer stellte ein weiteres wichtiges Werkzeug aus dem Hause FSH vor — die Kostenplanung für eine Spielhalle. FSH-Vorstandsmitglied und BA-Vizepräsidentin Johanna Bergstein berichtete von der Arbeit des Bundesverbands Automatenunternehmen und VDAI-Geschäftsführer Lars Rogge gab einen Einblick in den Stand für die Novellierung der Spielverordnung – hier sei realistisch, dass diese im Jahr 2027 in Kraft treten wird.
Alle Informationen rund um die wahrscheinlich letzte FSH-Jahreshauptversammlung gibt es im nächsten AutomatenMarkt.