11.05.2026

Großrazzia in Kiel, Flensburg und Harrislee – Schlag gegen Organisierte Kriminalität

Das Amtsgericht Flensburg hat auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Durchsuchungsbeschlüsse für insgesamt 14 Objekte in Kiel, Flensburg und Harrislee erlassen.

Am Mittwoch, 6. Mai, fand ein Großeinsatz wegen des Verdachts der Geldwäsche in Kiel, Flensburg und Harrislee statt. Rund 250 Polizeibeamte des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein, der Bezirkskriminalinspektion Kiel, der Polizeidirektion Kiel, der Spezialeinheiten sowie der Einsatzhundertschaften durchsuchten insgesamt 14 Objekte.

Erhebliche Einnahmen aus Straftaten verschleiert?

Hintergrund des Großeinsatzes seien Erkenntnisse aus Durchsuchungen, die bereits im Dezember 2023 und Dezember 2024 in Kiel-Gaarden durchgeführt worden waren. „Nach dem derzeitigen Stand besteht der Verdacht, dass Personen, die nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden dem Bereich der organisierten Kriminalität zuzurechnen sind, erhebliche Einnahmen aus Straftaten verschleiert und in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust haben“, so die gemeinsamen Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft und des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein.

Über Strohleute sollen Immobilen erworben worden sein

Zu diesem Zweck sollen insbesondere über Strohleute Immobilien in Kiel und Flensburg erworben worden sein. Zur Finanzierung der Kaufpreise sollen Gelder eingesetzt worden sein, die mutmaßlich aus Straftaten stammen, wie zum Beispiel der gewerbsmäßigen Veranstaltung unerlaubten Glücksspiels. Im Fokus der Ermittlungen stehen insbesondere auch Personen aus dem Umfeld einer Rockergruppierung.

Beschlagnahme von fünf Immobilien

Ziel der aktuellen Maßnahmen sei laut der Presseinformation insbesondere die Sicherstellung weiterer Beweismittel zur Aufklärung der Geldflüsse, der Finanzierungsstrukturen sowie der Tatbeteiligten. Zugleich wurden Maßnahmen zur vorläufigen Sicherung mutmaßlich inkriminierter Vermögenswerte zu Gunsten des Staates umgesetzt. Diese umfassen die Beschlagnahme von fünf Immobilien in Kiel und Flensburg mit einem Schätzwert von insgesamt rund 2,6 Millionen Euro sowie die Vollstreckung von Vermögensarresten in Höhe von rund 540 000 Euro.

Der Einsatz wurde auf Veranlassung der bei der Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig eingerichteten Koordinierungs-und Ermittlungseinheit zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (KEOK) vollstreckt.