Herbsttreffen in Ansbach: Bayerischer Automaten-Verband sieht seine Souveränität gefährdet

BAV-Vorsitzender Andy Meindl, im Hintergrund der gesamt Vorstand, von links: Petra Höcketstaller, Thomas Kießling, Ismail „Easy“ Gök, Georg Koselka und Marco Spitzenberger, außerdem Dr. Christian Kröber.

Die Mitglieder des Bayerischen Automaten-Verbandes, hier Eduard Steubl, beteiligen sich aktiv am Verbandsgeschehen. Ein großes Thema ist die Situation in Nürnberg, wo es aktuell Vollzugsprobleme gibt.

Mitgliedsunternehmen werden vom Vorstand für ihre 65-jährige und 60-jährige Zugehörigkeit zum Verband ausgezeichnet. Von links: Karl Heinz Schäflein, Andy Meindl, Silvester Kohlmann, Hans-Jürgen Lottes und Petra Höcketstaller.

Die Bajuwaren, bekannt in Deutschland als ein in vielen Belangen sehr erfolgreiches und zuweilen auch rauflustiges Völkchen, haben auf ihrer gestrigen Verbandsversammlung in Ansbach ein aus ihrer Sicht starkes Signal an den Bundesverband Automatenunternehmer (BA) gesetzt.   

Ohne Gegenstimme, bei wenigen Enthaltungen, wurde dieser Passus einstimmig beschlossen: „Die Mitgliederversammlung vom 26.10.2017 hat die Satzungsänderung des BAV dahingehend beschlossen, dass der BAV nicht mehr zwingend Mitglied im BA sein muss. Um die Handlungsfähigkeit des BAV zu gewährleisten stellt der Vorstand der Mitgliederversammlung vom 14.11.2019 in Ansbach folgenden Vorratsbeschluss zur Abstimmung: Die Mitgliederversammlung ermächtigt den Vorstand des BAV, den Austritt aus dem BA zu beschließen und zu erklären.“

"Warnschuss" an den Bundesverband

Was wie eine Austrittserklärung klingt, ist offenkundig als ein weiterer Warnschuss gedacht. Denn Andy Meindl beruhigte nach dem Beschluss: „Der Austritt ist kein aktuelles Vorhaben, aber wenn die Querschießerei so weiter geht, dann müssen wir an unsere Verbandsinteressen denken und handeln!“

Auslöser war dem Vernehmen nach ein Gespräch mit der DAW-Spitze zum Thema Finanzierung der Verbandspräsenz auf Parteitagen. Eben diese Finanzierung soll für das kommende Jahr als nicht gesichert bezeichnet worden sein. „Wir zahlen alle Geld in den Fonds ein. Diese politische Arbeit ist für uns immens wichtig“, so Andy Meindl, Vorsitzender von 280 BAV-Mitgliedern.

Qualität wird von der bayerischen Landesregierung anerkannt

Dr. Christian Kröber, politischer Berater des Verbandes, ist insgesamt optimistisch: „Wir sind weiter guten Mutes, dass der bayerische Weg sehr erfolgreich ist und auch in Zukunft weitergegangen werden kann.“ Qualität werde in Bayern von der Landesregierung anerkannt. Inzwischen sind rund 90 Prozent der bayerischen Unternehmen zertifiziert, ein aktuell einsamer Rekord im bundesweiten Vergleich.

„Was auf freiwilliger Basis begann, ist zu verpflichtenden Maßnahmen geworden und wird beispielsweise bei der Regelung von Härtefällen anerkannt“, freut sich der Vorstand, der sich in die Landespolitik hinein gut vernetzt hat.

Beim Thema Gastronomie-Aufstellung brach der 2. Vorsitzende des Fachverbandes Gastronomie-Aufstellunternehmer (FGA), Michael Stang, eine Lanze für ein stärkeres Eindämmen der Illegalität. „Wir müssen unsere Branche einfach sauber kriegen, das hat nichts mit der Denunziation von Mitbewerbern zu tun“, so der Gast aus Offenbach.

Mangelder Vollzug in Nürnberg erhitzt die Gemüter

Unhaltbare Zustände in puncto Vollzugsdefizit gebe es aktuell in Nürnberg, so ein heiß diskutiertes Thema der Mitglieder. Es gebe bereits Gespräche mit Staatsanwaltschaft, Polizei, Ordnungsämtern und Politik, sieht der Vorstand Hoffnung aufkeimen. Es kam in diesem Zusammenhang auch die Idee auf, eine neue Initiative zu starten, um die Gewerbe- und Ordnungsämter zu schulen.

Mit der TR 5 hätten die Spielerschützer einen Pyrrhussieg errungen, gibt Andy Meindl zu bedenken. Viele Spielgäste seien in die Illegalität abgewandert.

Weitere Themen: Änderungen am betrieblichen Sozialkonzept und BAV-Sicherheitskonzept, die durch Finanzämter jederzeit mögliche Kassenschau, von Justiziar Christian Szegedi umfassend ausgeleuchtet, ein Vortrag von Stefan Rausch, VBG, der den VBG-Preisträger BAV ausdrücklich lobte, das koordinierte Pflegen von politischen Kontakten durch die Mitglieder quer über das Land und ein neues Seminar-Angebot.

Seminar an der IHK München und Oberbayern

Hans-Peter Zettler und Andy Meindl warben eindringlich für das Seminar „Spielhallen-Wissensaufbau für Mitarbeiter/-innen“ an der renommierten IHK München und Oberbayern, ein „weiterer Mosaikstein, um bei der Evaluierung voranzukommen“, so der BAV-Vorstand. Zwei Mitglieder des Vorstandes kandidieren aktuell zusätzlich zu ihrer ehrenamtlichen Verbandstägigkeit für kommunale Parlamente: Petra Höcketstaller und Ismail „Easy“ Gök. Viel Erfolg bei den Wahlen!

Ausführlicher Bericht über das BAV-Treffen in Ansbach in unserer AutomatenMarkt-Dezember-Ausgabe.