Jahrbuch Sucht 2019 erschienen

Dem Jahrbuch Sucht 2019 zufolge sind Alkohol und Tabak nach wie vor für den größten Teil der Suchtproblematik in Deutschland verantwortlich.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat das Jahrbuch Sucht 2019 veröffentlicht. Dieses liefert Zahlen, Fakten und Trends zum Konsum legaler und illegaler Drogen sowie zu abhängigem Verhalten.

Die Quintessenz lautet: „Die legalen Drogen Alkohol und Tabak sind nach wie vor für den größten Teil der Suchtproblematik in Deutschland verantwortlich.“

Konsum von Alkohol und Tabak in der Kritik

Laut Jahrbuch Sucht 2019 sank der Gesamtverbrauch an alkoholischen Getränken im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr zwar um 2,38 Prozent auf 131,1 Liter Fertigware pro Kopf der Bevölkerung. Dennoch könne trotz dieses geringen Konsumrückgangs keine Entwarnung gegeben werden. Deutschland sei ein Hochkonsumland in Bezug auf Alkohol, so die DHS.

Der Verbrauch von Zigarren und Zigarillos ist 2018 um 6,5 Prozent auf 3.007 Millionen Stück gestiegen. Laut DHS haben auch der Konsum von Pfeifentabak (+2,7 Prozent) und Feinschnitt (+0,2 Prozent) zugenommen. „In Deutschland wurden 74.360 Millionen Zigaretten konsumiert, das entspricht einem leichten Konsumrückgang in 2018 um 1,9 Prozent“, legt die DHS dar.

Die Deutsche Automatenwirtschaft bezieht zu Vorwürfen Stellung

Auch das pathologische Glücksspiel findet im Jahrbuch Sucht 2019 Erwähnung. Beklagt wird unter anderem, dass Anbieter das Verbot von Online-Casinos vielfach umgehen würden. Aber auch eine leichte Umsatzsteigerung des gesamten Glücksspielmarktes von 2016 auf 2017 um 2,5 Prozent wurde kritisiert. Zahlen für 2018 liegen allerdings nicht vor.

Der Bremer Suchtforscher Prof. Dr. Gerhard Meyer wirft der Automatenindustrie zudem vor, gesetzliche Vorgaben zu ignorieren.

Georg Stecker, Vorstandssprecher des Dachverbandes Die Deutsche Automatenwirtschaft, nimmt zu diesen Vorwürfen wie folgt Stellung:

„Alle Geräte, die in legalen Spielhallen und in der ordentlichen Gastronomie aufgestellt sind, wurden von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) geprüft und zugelassen. Die PTB darf die Bauart eines Gerätes nur zulassen, wenn die Anforderungen der Spielverordnung erfüllt sind. Das belegt: Die Unternehmen der Automatenwirtschaft halten sich an die strengen gesetzlichen Vorgaben!"

Mit Blick auf die aktuellen Marktveränderungen nach der Einführung neuer Geräte im November 2018 sagt Stecker besorgt weiter: „Die einschneidenden Maßnahmen der Spielverordnung haben die Attraktivität des legalen gewerblichen Geldspiels erheblich gemindert. Wir erleben derzeit eine massive Abwanderung der Spielgäste in unlimitierte oder sogar zumeist illegale Angebote, zum Beispiel im Internet oder in Hinterzimmern, und sind alarmiert. Die deutliche Abwanderung zeigt, dass wir seit der Umstellung der Automaten unseren wichtigen gesetzlichen Auftrag aus dem Glücksspielstaatsvertrag, den natürlichen Spieltrieb der Menschen in geordnete Bahnen zu lenken, nicht mehr bedarfsgerecht erfüllen können. Den explodierenden Schwarzmarkt kann man am wirksamsten mit einem attraktiven legalen Angebot bekämpfen. Es muss Schluss sein mit der weiteren Knebelung der legalen Automatenunternehmen!“

Weitere Informationen zum Jahrbuch Sucht 2019 finden Sie hier.