Sportwetten: Elf Anträge für eine Konzession und sieben verbindliche Ankündigungen

Peter Beuth, Hessens Innenminister, berichtet über das Vergabeverfahren von Sportwettenkonzessionen.

„Das Sportwettkonzessionsverfahren nimmt nun Fahrt auf und nach dem jetzigen Stand der Anträge und Ankündigungen haben wir schon eine Kanalisierung des Sportwettmarktes vom formell illegalen Markt hin zum legalisierungswilligen Anbietern von 75 Prozent erreicht. Dies ist erfreuliches Zeichen für den Spielerschutz in Deutschland,“ sagt Hessens Innenminister Peter Beuth.

Seit dem 1. Januar 2020 sind Anbieter von Sportwetten in Deutschland verpflichtet, ihre bisher nicht erlaubten Angebote legalisieren zu lassen. Hessen organisiert den Ablauf.

Im Dezember 2019 sei noch kein Antrag eingegangen, teilt das hessische Innenministerium in einer Pressemitteilung mit. Diesem zufolge haben nun die Anbieter reagiert und beim Regierungspräsidium Darmstadt inzwischen bereits elf Anträge für eine Sportwettkonzession und sieben verbindliche Ankündigungen, kurzfristig Antragsunterlagen einzureichen, abgegeben.

Starker Spielerschutz, harter Vollzug

Starker Spielerschutz, erfolgreiche Kanalisierung des Schwarzmarktes in den legalen Markt und harter Vollzug seien die Ziele die der Hessische Innenminister für die Verhandlungen für einen neuen Glücksspielstaatsvertrag ab dem Sommer 2021 verfolge. Hier möchte Hessen erreichen, dass der Spielerschutz durch die Schaffung der spielformübergreifenden Sperrdatei ausgebaut werde. Online-Casino Angebote sollen legalisiert werden und staatlich zugelassen und überwacht werden. Mit neuartigen Responsible-Gaming-Tools sollen die Anbieter von Internetspielen suchtproblematische Spieler erfassen und sperren können.

Die bundesweite Aufsicht über alle Sportwetten- und Online-Casino Anbieter soll nach hessischer Auffassung eine neue Anstalt des öffentlichen Rechts übernehmen. Diese soll dann, wie heute schon das Regierungspräsidium Darmstadt, die Anbieter mit Hilfe eines Safe-Servers überwachen können und somit das sichere Spiel gewährleisten.

„Das bisher im Regierungspräsidium Darmstadt aufgebaute Knowhow, was wir als bundesweite Sport- und Online-Pferdewettaufsichtsbehörde aufgebaut haben, prädestiniert Hessen als Sitzland für diese Anstalt der Länder“, erläutert Beuth.

Beuth warnt vor Überregulierung

Der Innenminister Hessens betont, dass es bei den Verhandlungen der Länder Fortschritte gäbe. Er warne aber vor einer Überregulierung, da diese immer die Gefahr berge, den Spieler wieder in den Schwarzmarkt zu treiben.

„Wir wollen keinen gläsernen Spieler. Die Länder müssen gemeinsam Lösungen finden, die den Spieler schützen aber gleichzeitig auch eine für den Anbieter realisierbare Regulierung darstellt“, sagt der Hessische Innenminister.