18.05.2026

Streeck will illegales Geschäftsmodell zerschlagen: "Ein Lokal, ein nicht registrierter Automat, verdeckte Auszahlungen, kaum Risiko und hohe Einnahmen"

Die Bekämpfung des illegalen Spiels steht im Zentrum eines Interview der Sächsischen Zeitung mit Hendrik Streeck, Drogen- und Suchtbeauftragter der Bundesregierung.

In einem Interview mit der Sächsischen Zeitung hat der Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung Hendrik Streeck Klartext geredet und ein härteres Vorgehen gegen das illegale Glücksspiel angekündigt. Für Streeck ist Glücksspiel „kein Randthema der Suchtpolitik“. Sondern: „Es ist ein zentrales Thema.“

Eine Kernaussage: „Beson­ders pro­ble­ma­tisch ist, dass Glücks­spiel durch Apps, Sport­wet­ten und Wer­bung heute viel näher an den All­tag her­an­ge­rückt ist. Das Risiko sitzt nicht mehr nur in der Spiel­halle. Es liegt auf dem Smart­phone, oft rund um die Uhr.“

Streeck: Wir müssen strenger werden

Weiter wird betont, dass das Glücksspiel ein Einfallstor für kriminelle Strukturen sein kann und dass „mit der Schwäche von Menschen“ Geld verdient wird. Die Ankündigung: „Genau des­halb müs­sen wir hier genauer hin­se­hen und stren­ger wer­den.“

Die Sächsische Zeitung will in dem Interview wissen, um welche kriminellen Strukturen es geht. Hendrik Streeck antwortet: “Wir reden hier nicht über ein paar harm­lose Auto­ma­ten im Hin­ter­zim­mer. Wir reden über orga­ni­sierte Kri­mi­na­li­tät, über Geld­wä­sche und über erheb­li­che Gewinne auf Kosten sucht­kran­ker Men­schen.“ Das Geschäfts­mo­dell sei oft erschreckend ein­fach. „Ein Lokal, ein nicht regi­strier­ter Auto­mat, ver­deckte Aus­zah­lun­gen, kaum Risiko und hohe Ein­nah­men.“ 

Kein Randphänomen, sondern massives Vollzugsproblem

Wenn tat­säch­lich jeder dritte auf­ge­stellte Auto­mat in Deutschland ille­gal ist, dann sei das kein Rand­phä­no­men mehr, son­dern ein mas­si­ves Voll­zugs­pro­blem, so der Bundesbeauftragte, der das illegale Spiel mit deutlich mehr Tempo und mehr Kontrollen eindämmen will. Denn: „Wer mit Sucht und Ille­ga­li­tät Geld ver­dient, darf sich in Deutsch­land nicht sicher füh­len.“

Unser Link führt zu dem gesamten Interview der Sächsischen Zeitung im pressreader – auch zu den Antworten auf weitere Fragen wie: Was ist nötig, um das illegale Glücksspiel in den Griff zu bekommen?