Zehn Jahre Berliner Spielhallengesetz

Georg Stecker (Foto:DAW / Urban)

DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker kritisierte erneut die Berliner Spielhallenpolitik. In übergroßem Maß seien legale, staatlich konzessionierte Spielhallen abgebaut worden. Stattdessen breite sich die Illegalität immer weiter aus.

Stecker äußerte sich im Rahmen eines Beitrags der „Abendschau“ des Senders rbb aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Berliner Spielhallengesetzes, das bis heute als das schärfste in Deutschland gilt.

Federführend bei der damaligen Verschärfung war der Berliner SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz, der die starke Reduktion der konzessionierten Spielhallen vor zehn Jahren als Erfolg der Berliner Regierung verbucht.

Im Interview mit der Abendschau am Berliner Nollendorf Platz sagte Buchholz: „Allein an diesem Standort wurden sechs Spielhallen betrieben, die dazu einluden reinzugehen und an den Automaten das Geld zu verlieren.“

Buchholz weiter: „Wir hatten damals fast 600 Spielhallen in der Stadt, eine richtige Spielhallen-Flut. Leere Geschäfte wurden zu Spielhallen. Heute haben wir 128. Ich glaube, das kann man schon als sehr großen Erfolg bezeichnen.“

Der rbb merkt dazu an, dass zwar die Spielautomaten verschwunden seien, allerdings nicht die Spielsüchtigen. Laut einer Beratungsstelle für Spielautomatenabhängige würden viele Spielsüchtige in kleinere, sogenannte Café-Casinos, ausweichen. Allerdings seien besagte Läden weder echte gastronomische Betriebe noch betrieben sie bei den Behörden registrierte Spielautomaten. Deshalb würden auch immer mehr Geldspielgeräte würden von der Polizei konfisziert – im Jahre 2021 bisher 128 Geräte. Und die Polizei gehe von einer viel höheren Dunkelziffer aus.

So sieht es auch der DAW-Vorstandssprecher: „Das ist kein Erfolg, das ist schlecht für die Menschen, die spielen, schlecht für den Spielerschutz und schlecht für die Unternehmen“, sagte Stecker im rbb-Interview.