Zertifizierungs-Roadshow fortgesetzt

Unternehmer Nick Baldus berichtet über seiner Erfahrung mit der Zertifizierung.

Bei einer weiteren digitalen DAW-Zertifizierungs-Roadshow haben sich am 6. Oktober erneut mehr als 25 Interessenten über die Spielhallen-Zertifizierung informiert. Begrüßt wurden sie von Christian Quandt, Beauftragter für Länderkommunikation beim Dachverband DAW.

„Ebenso erfreulich wie vorausschauend“, so Quandt, sei das konstant hohe Interesse der Automatenkaufleute, denn die Qualität des Angebots habe durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 klar an Bedeutung gewonnen. Die Zertifizierung könne bei der Frage nach dem Fortbestand von Spielhallenstandorten entscheidend werden. Das zeige sich nicht zuletzt daran, dass jetzt erstmals die Möglichkeit der Anwendung qualitativer Regulierungskriterien wie eben der Zertifizierung gegeben sei.

In seinem Grußwort appellierte Dirk Herber, MdL und Vorsitzender des Innenausschusses des Landtages Rheinland-Pfalz an die Verantwortung der Automatenwirtschaft: „Es ist mir wie Ihnen ein wichtiges Anliegen, dass pathologisches oder auch nur problematisches Spielverhalten keine Geschäftsgrundlage sein darf. Insofern begrüße ich die von Ihnen betriebene Qualitätsinitiative ausdrücklich.“

Gute Vorbereitung entscheidend

Auch dieses Mal wurde die digitale Roadshow von Forum-Geschäftsführerin Anja Bischof moderiert. Das Forum ist projektleitender Verband für die DAW-Roadshows zum Thema Zertifizierung. Bischof unterstrich, dass die Qualität des Angebots für Politik, Verwaltung und auch die Spielgäste zunehmend bedeutsam wird.

Es zeige sich beim neuen Glücksspielstaatsvertrag, dass qualitative Regulierungskriterien für das gewerbliche Automatenspiel erstmals relevant würden. Einige Bundesländer würden Mehrfachkonzessionen mit bis zu drei Spielhallen befristet erhalten, wenn diese bestimmte qualitative Kriterien erfüllen, darunter die Zertifizierung durch eine akkreditierte Prüforganisation. Auch bei den Mindestabständen würden die Länder auf qualitative Kriterien setzen können.
 
Bischof riet zu einem Selbsttest, mit dem Interessierte prüfen könnten, ob sie bereits gut auf eine Zertifizierung vorbereitet sind und wo noch nachgebessert werden muss.

Beim anschließenden Talk mit Roland Schäfer, Leiter Qualitätsmanagement Admiral Spielhallen, Alexandra Nöthen (TÜV-Rheinland) und Bettina Dzieran (MTIC Intercert) standen die Prüfkriterien der beiden Prüforganisationen, der Zertifizierungsablauf, sowie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Angebote im Mittelpunkt.

Alle drei Experten betonten, dass die Prozesse in modernen Spielhallenbetrieben ebenso vielfältig wie komplex seien, was eine gute Vorbereitung auf das Zertifizierungsaudit umso wichtiger mache. Vor allem eine gewissenhafte Dokumentation sei Gold wert, waren sie sich einig.

Erfahrungen aus Sicht eines Unternehmers

Abschließend teilte im Talk mit Anja Bischof Automatenunternehmer und Forum-Vorstandsmitglied Nick Baldus seine Erfahrungen bei der Zertifizierung seiner Spielhallen und betonte, wie wichtig eine gute Dokumentation sei. Sie erleichtere den Zertifizierungsprozess enorm.

„Zertifizierung ist der zentrale Baustein, um die Zukunft unserer Branche aktiv mitzugestalten“, ist sich Baldus sicher. „Eine Zertifizierung wird aus meiner Sicht früher oder später in allen Bundesländern Voraussetzung für den Weiterbetrieb von Spielhallen werden.“ Unabhängig von einer gesetzlichen Anforderung helfe die Zertifizierung dabei, die Qualität der Betriebe zu sichern, so Baldus.