BDV-Nachhaltigkeitsausschuss zeigt praxisnahe Wege für mehr Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Wettbewerbsfähigkeit
Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit für die Vendingbranche? Dieser Frage ging der BDV-Nachhaltigkeitsausschuss bei seiner jüngsten Sitzung am 8. Juli 2026 bei dem Unternehmen va-Q-tec in Kölleda auf den Grund. Das Unternehmen va-Q-tec sei selbst „Pionier hochentwickelter Lösungen für thermische Energieeffizienz sowie temperaturkontrollierter Lieferketten“, so die Presseinformation vom Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV).
Konkrete Aufgabe im Unternehmensalltag
Bei der Sitzung selbst standen laut BDV „praxisnahe Beispiele aus Operating, Kaffee, Geräteentwicklung, Kühlkette, Verpackung und regulatorischen Anforderungen im Mittelpunkt“. Der Nachhaltigkeitsausschuss mache dabei deutlich: „Nachhaltigkeit im Vending ist kein abstraktes Leitbild, sondern eine konkrete Aufgabe im Unternehmensalltag.“
Maximilian Blum von der Blum Vending KG fasst den ganzheitlichen Ansatz zusammen: „Nachhaltigkeit bedeutet nicht, einfach nur ‚grün‘ zu sein. Es geht darum, ein Unternehmen so aufzustellen, dass es auch für die nächste Generation wirtschaftlich, ökologisch und sozial tragfähig bleibt.“
Nachhaltigkeit steckt überall
Die zentrale Erkenntnis dabei: Nachhaltigkeit stecke überall. Sie beginnt in den eigenen Betriebsräumen mit energieeffizienter Gebäudetechnik, Photovoltaik, LED-Beleuchtung, Bewegungsmeldern, Wärmepumpen oder intelligenter Eigenstromnutzung. Sie setzt sich im Fuhrpark fort – etwa durch Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, optimierte Touren und einen bewussteren Umgang mit Lieferwegen. Und sie wird am Point of Sale sichtbar: durch effiziente Automaten, nachhaltigere Produktauswahl, regionale Zulieferer, recyclingfähige Verpackungen und tragfähige Rücknahme- oder Mehrwegsysteme.
„Gerade bei frischen und kühlpflichtigen Produkten entscheidet die richtige Logistik über Qualität, Lebensmittelsicherheit und Energieverbrauch“, erklärt Marc Moelter von va-Q-tec. „Passive, hochisolierende Kühlboxen, vorkommissionierte Ware, temperaturüberwachte Lieferprozesse und stabile Kühlleistung können dazu beitragen, aktive Kühltransporte zu reduzieren und gleichzeitig die Produktqualität bis zum Automaten zu sichern. Das zeigt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Verzicht, sondern bessere Prozesse.“
Geräteentwicklung spielt Schlüsselrolle
Auch die Geräteentwicklung spielt eine Schlüsselrolle. Moderne Verkaufsautomaten und Heißgetränkesysteme müssen nicht nur zuverlässig und nutzerfreundlich sein, sondern auch energieeffizient, langlebig, reparaturfähig und recyclinggerecht konstruiert werden. Dämmung ist dabei ein oft unterschätzter Hebel – sowohl bei Kaltgeräten als auch bei Heißgetränkeautomaten, etwa durch isolierte Boiler und Leitungen. Jede eingesparte Kilowattstunde wirke sich ökologisch und wirtschaftlich aus.
„Energieeffizienz beginnt in der Konstruktion: bei sparsamen Komponenten, sinnvollen Software-Einstellungen, Energiesparmodi und einer guten Dämmung“, macht Nils Dörre von Sielaff deutlich.
Bei Kaffee und Füllprodukten wurde deutlich, dass glaubwürdige Nachhaltigkeit eine ehrliche Kommunikation brauche. Siegel, Bio- und Fairtrade-Angebote, Herkunft, Anbauprojekte und Produktqualität sind wichtige Bausteine. Entscheidend bleibe jedoch die stringente Umsetzung: Nachhaltigkeit sollte nicht isoliert beim Kaffee enden, sondern auch Kakao, Milch, Energieverbrauch, Verpackung und Automatenbetrieb umfassen. Zugleich gilt laut BDV: Nachhaltigkeit muss zum Standort, zum Sortiment und zur jeweiligen Kundengruppe passen.
Verpackungen und regulatorische Anforderungen
„Es gibt nicht den einen Kunden. Manche achten sehr genau auf Nachhaltigkeit, andere wiederum weniger“, erklärte Stefan Heuberger von der Alois Dallmayr Automaten-Service GmbH & Co. KG. Deshalb müsse das Angebot zum Standort und zur Nutzergruppe passen.
Ein weiteres Thema waren Verpackungen und regulatorische Anforderungen. Die PPWR und nationale Umsetzungsschritte werden Hersteller, Inverkehrbringer und Operator künftig stärker beschäftigen. Für Unternehmen wird es wichtiger, zu wissen, welche Verpackungen eingesetzt werden, woher sie stammen, wer als verantwortlicher Hersteller gilt und welche Pflichten daraus entstehen.
Kein Projekt mit Anfang und Ende
Der BDV-Nachhaltigkeitsausschuss macht deutlich: Die Branche verfügt bereits heute über zahlreiche praktische Ansatzpunkte. Wer sie konsequent nutzt, kann Kosten senken, Ressourcen schonen und gegenüber Kunden glaubwürdig zeigen, dass Vending Teil moderner, effizienter und verantwortungsvoller Versorgungslösungen ist. BDV-Geschäftsführer Dr. Aris Kaschefi bringt die Ergebnisse der Ausschusssitzung auf den Punkt: „Nachhaltigkeit ist im Vending kein Projekt mit Anfang und Ende, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess – von der Betriebsstätte über den Fuhrpark bis zum Automaten.“