Deutsche UNESCO-Kommission überreicht Kulturerbe-Urkunde an die Schausteller Deutschlands
Urkundenübergabe: Peer Hamberger, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Mecklenburg-Vorpommern, DSB-Präsident Albert Ritter, Dr. Margit Ramus, Leiterin des digitalen Kulturgut Volksfest-Archivs, BSM-Präsident Patrick Arens und DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg (v. l.). Fotos (2): Der Komet/Martin Eckert/Christoph Schober
Prof. Dr. Benjamin Jörissen, Vorsitzender des Fachkomitees Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission, Peer Hamberger, Patrick Arens, Dr. Margit Ramus, Bettina Martin, Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Albert Ritter (v. l.).
Mit der Urkundenverleihung am 16. Juli in Schwerin wurde die bereits im März 2026 bekanntgegebene (der AutomatenMarkt berichtete) Aufnahme der Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes nun auch offiziell gewürdigt. DSB-Präsident Albert Ritter und Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg nahmen die Urkunde stellvertretend für die Schaustellerfamilien aus ganz Deutschland entgegen. Die Auszeichnung würdige laut Deutschem Schaustellerbund (DSB) die über 1 200 Jahre gewachsene und bis heute gelebte Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland. Zugleich unterstreiche sie die herausragende kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste.
„Mit ihren Betrieben beschicken Schaustellerfamilien Jahr für Jahr rund 9 750 Kirmessen, Jahrmärkte, Kirchweihen, Schützenfeste, Dulten und Kerwen. Damit schaffen sie Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders, an denen sie jährlich rund 200 Millionen Besucherinnen und Besucher begrüßen“, so der DSB.
Besonderer Moment
„Die heutige Urkundenverleihung ist ein besonderer Moment für unsere Branche. Die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ist eine große Ehre und zugleich eine Würdigung der Leistungen der circa 5 600 Schaustellerfamilien, die diese einzigartige Tradition Tag für Tag bewahren und weiterentwickeln. Diese Anerkennung erfüllt uns mit Stolz und macht deutlich, welchen unverzichtbaren Beitrag Volksfeste für das kulturelle Leben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland leisten“, so DSB-Präsident Ritter.
Der DSB hatte das Anerkennungsverfahren gemeinsam mit seinen 89 Mitgliedsverbänden sowie den weiteren Trägergruppen – dem digitalen Kulturgut Volksfest-Archiv, vertreten durch Dr. Margit Ramus, und dem Bundesverband der Schausteller und Marktkaufleute, die die Urkunde ebenfalls entgegennahmen – initiiert und über mehrere Jahre begleitet. Die Urkundenverleihung würdige zugleich das gemeinsame Engagement aller beteiligten Trägergruppen, das den Weg für diese besondere Auszeichnung geebnet hat.
Klarer Auftrag an Politik und Gesellschaft
„Die Anerkennung unserer Schaustellerkultur als Immaterielles Kulturerbe ist nicht nur ein Grund zur Freude, sondern zugleich ein klarer Auftrag an Politik und Gesellschaft“, betonte Ritter. „Wer Volksfeste als Orte der Begegnung, der Tradition und des gesellschaftlichen Zusammenhalts bewahren will, muss auch die Schausteller als ihre Träger nachhaltig stärken. Dafür braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine weiterhin enge Partnerschaft zwischen Schaustellergewerbe, Veranstaltern und der Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.“