Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) übernimmt erste operative Aufgaben 

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle/Saale übernimmt zum 1. Juli 2022 die Verantwortung für die Bekämpfung von illegalem länderübergreifendem Glücksspiel im Internet und der Werbung dafür.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) übernimmt zum 1. Juli 2022 die Verantwortung für die Bekämpfung von illegalem länderübergreifendem Glücksspiel im Internet und der Werbung dafür.

Damit werden erstmalig die Kompetenzen und entsprechenden Vollzuginstrumente, wie zum Beispiel IP- und Payment-Blocking länderübergreifend gebündelt. Dies sei neben der Schaffung eines legalen Marktes ein wesentlicher Baustein für die erfolgreiche Regulierung des Glücksspielmarktes, teilt die Behörde in einer Pressemitteilung fest.

GGL startklar für erst operative Aufgaben

Die im Juli 2021 auf Basis des Glücksspielstaatsvertrages 2021 gegründete Behörde sei startklar, um diese ersten operativen Aufgaben zu übernehmen.

Ronald Benter, einer der beiden GGL-Vorstände, sagt: „Wir sind sehr zuversichtlich, den illegalen Glücksspielmarkt erfolgreich zurückzudrängen. Wir haben die notwendigen Strukturen und Prozesse geschaffen und können auf der Expertise der bisher zuständigen Behörden aufbauen.“

Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes übernommen

Zum 1. Juli 2022 gehe ein Teil der Mitarbeiter des bisher übergangsweise für die Bekämpfung illegaler länderübergreifender Glücksspielangebote zuständigen Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt in die GGL über. Sie sollen dort ihre Vollzugsaufgaben gegen illegale Glücksspielangebote gemeinsam mit den in der GGL dafür eingestellten Mitarbeitern fortsetzen. Damit würden in der Behörde nun ausreichend personelle Ressourcen für diesen Bereich zur Verfügung stehen, so die Behörde. Vorstand Benjamin Schwanke: „Wir arbeiten eng mit dem Landesverwaltungsamt zusammen und sind sehr dankbar, dass wir jetzt gut eingearbeitete MitarbeiterInnen und deren Expertise übernehmen können.“

Nadja Wierzejewski wird Abteilungsleiterin

Zudem sei es gelungen, mit Nadja Wierzejewski eine erfahrene und deutschlandweit für ihre Expertise bekannte Expertin für Glücksspielrecht als Leiterin der Abteilung für die Bekämpfung unerlaubten Glücksspiels zu gewinnen. Die Juristin ist seit vielen Jahren Leiterin der Glücksspielaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz (ADD) in Trier, bringt langjährige Erfahrung im Bereich des Vollzugs gegen illegale Glücksspielangebote mit und kennt die Wirkungsweisen und Zusammenhänge in der Glücksspielindustrie.

GGL bekämpft illegale Angebote im Internet

Ein Jahr nach Errichtung der GGL im Auftrag der 16 Länder seien damit die Voraussetzungen geschaffen, den gemeinsamen Kampf gegen illegales Glücksspiel auf eine neue Stufe zu heben. Die GGL übernimmt die übergreifende Verantwortung für das Vorgehen gegen illegale Angebote im Internet, die Länder bleiben weiter für das terrestrische Glücksspiel zuständig.

„Zum ersten Mal kommen Vollzugsinstrumente wie zum Beispiel die Zahlungsunterbindung gegen illegale Glücksspielangebote im Internet aus einer Hand zum Einsatz. Damit können wir schlagkräftiger gegen Anbieter vorgehen. Durch die Bündelung von Ressourcen können zukünftig Fehlentwicklungen und illegales Spiel schneller erkannt und gegengesteuert werden“, sagt Schwanke.

Die dafür eingestellten Mitarbeiter würden die Erfahrung der bisher zuständigen Behörden nutzen und werden laut GGL derzeit im Innenministerium Niedersachsen in einer Hospitationsphase geschult. „Wir haben damit ein schlagkräftiges Team, um gegen illegales Glücksspiel im Internet vorzugehen und werden in diesem Bereich auch noch weitere ExpertInnen einstellen“, so Schwanke.

Ziel: 110 Mitarbeiter, die Hälfte bislang eingestellt

Bis Anfang 2023 werde die GGL auf circa 110 Mitarbeiter anwachsen. In der Behörde soll langfristig die Kompetenz zu allen Fragen rund um das Thema Online-Glücksspiel in Deutschland gebündelt werden. Insgesamt sei bereits die Hälfte der dafür eigeplanten Mitarbeiter eingestellt. Unterstützt werde die GGL sowohl bei der Suche als auch bei der Einarbeitung der neuen Mitarbeiter durch die Länder. 

Für die Unterstützung und Beratung beim Aufbau der Behörde dankt Benter dem Land Sachsen-Anhalt, insbesondere dem Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport, Klaus Zimmermann, in seiner Rolle als Vorsitzender des Verwaltungsrates der GGL.

Der Behörde zufolge geht der Vorsitz des Verwaltungsrates der GGL als Aufsichts- und Kontrollorgan am 1. Juli 2022 von Sachsen-Anhalt an Schleswig-Holstein über.