30.06.2026

GGL warnt mit weiteren europäischen Aufsichtsbehörden vor Prognosemärkten

Während der Spielübertragungen der Fußball-WM ist häufig Bandenwerbung von "ADI Predictstreet" zu sehen. Die GGL weist auf mögliche "erhebliche Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher" hin. (Foto: zdf.de/Sreenshot während des Sechzehntelfinales zwischen Südafrika und Kanada.)

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnt zusammen mit mehreren europäischen Glücksspielaufsichtsbehörden vor Prognosemärkten (prediction markets).

Diese sogenannten Prognosemärkte (prediction markets) ermöglichen es Nutzern, auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse zu spekulieren. Aufsichtsbehörden aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien und der Schweiz weisen anlässlich der Fußball-WM 2026 darauf hin, dass dadurch „erhebliche Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher entstehen können“. Dazu zählen laut GGL unter anderem unzureichende Spielerschutzmechanismen, ein erhöhtes Suchtpotenzial sowie Risiken durch Marktmanipulation, Betrug und fehlende Transparenz bei der Abwicklung von Einsätzen und Auszahlungen.

Regulatorische Herausforderung

Die europäischen Aufsichtsbehörden sehen darin eine zunehmende regulatorische Herausforderung, weil solche Angebote in vielen Ländern keiner oder nur einer unklaren glücksspielrechtlichen Regulierung unterliegen. Die GGL begrüßt die gemeinsame Initiative der europäischen Aufsichtsbehörden. Die internationale Zusammenarbeit und der grenzüberschreitende Austausch von Informationen und Erfahrungen seien wichtige Voraussetzungen, um wirksam gegen illegale Angebote vorzugehen, die Integrität des Sports zu schützen und ein hohes Schutzniveau für Spielende sicherzustellen.

Gemeinsames Statement

Das gemeinsame Statement der beteiligten Glücksspielaufsichtsbehörden steht hier als PDF-Dokument zur Verfügung.

Das Phänomen der Prognosemärkte rückte für die Zuschauer der Fußball-WM in den Vordergrund, da während der Übertragungen häufig Bandenwerbung von „ADI Predictstreet“  zu sehen war. Hinter dem WM‑Sponsor „ADI Predictstreet“ stehe die Königsfamilie von Abu Dhabi. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als ein in Abu Dhabi ansässiges Blockchain‑Projekt und wird laut Medienberichten, wie zum Beispiel in der "Frankfurter Rundschau", eindeutig diesem Herrscherhaus zugeordnet. Über „Predict Street Ltd.“, einem in Gibraltar ansässigen Unternehmen operiere dieser Prognosemarkt.