10.03.2026

Glücksspielsurvey wird fortgesetzt – Daten zum Glücksspielverhalten jetzt auch online verfügbar

Der Glücksspielsurvey wird fortgesetzt und die Forschungsergebnisse sind jetzt auch online verfügbar.

Der VDAI ist als privater Finanzierungspartner der Studie in Aktion getreten.

Zwischen 2007 und 2019 wurde der Glücksspielsurvey von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlicht. Die zugrunde liegenden Bevölkerungsbefragungen wurden von forsa durchgeführt. Mit dem Glücksspielsurvey 2024 wurde nach fünfjähriger Pause die Untersuchungsreihe zum Glücksspielverhalten in Deutschland durch forsa fortgeschrieben. Sowohl der Wissenschaft wie auch der allgemeinen Öffentlichkeit stehen damit nach 2019 wieder aktuelle und valide Daten zum Glücksspielverhalten in der Gesellschaft zur Verfügung. Die zentralen Ergebnisse sind nunmehr auch auf gluecksspielsurvey.de zu finden.

Thema Glücksspiel auf einer breiten Datenbasis

Im Rahmen der Untersuchung werden seit 2007 das Wissen, die Einstellungen und das Risikobewusstsein der Bevölkerung im Hinblick auf das Thema Glücksspiel auf einer breiten Datenbasis untersucht. Ein wesentliches Ziel der aktuellen Untersuchung bestand darin, festzustellen, ob sich das Glücksspielverhalten der Bevölkerung und insbesondere der Anteil der problematischen Glücksspieler in der Bevölkerung in den letzten Jahren verändert hat. Die auf breiter Basis zur Verfügung stehenden Vergleichsdaten können von interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im GESIS-Datenarchiv auch für eigene, vertiefende Untersuchungen kostenfrei bezogen werden.

Seriöse Fortschreibung der Zeitreihen

Nachdem die BZgA als zuständige öffentliche Stelle die Studienreihe nach 2019 nicht mehr fortgeführt hat, ist mit dem Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) ein privater Finanzierungspartner in Aktion getreten. Dessen zentrales Interesse bestand darin, das bisher von der BZgA verwendete Studiendesign (Fragebogen, Erhebungsmethode, Stichprobengröße, durchführendes Institut) vollständig zu übernehmen, um eine im wissenschaftlichen Sinne seriöse Fortschreibung der bisherigen Zeitreihen vornehmen zu können.

Über 95 Prozent unproblematische Spieler

Der Glücksspielsurvey 2024 zeigte keine Veränderung im Anteil der „problematischen“ oder „wahrscheinlich pathologischen“ Spielerinnen und Spieler. Etwa 80 Prozent der Menschen zwischen 16 und 70 Jahren in Deutschland haben im Laufe ihres Lebens schon einmal Glücksspiel gespielt, fast jeder zweite (43 Prozent) auch innerhalb der letzten zwölf Monate. Dies geht aus der repräsentativen telefonischen Befragung (Dual Frame Design) unter 11 503 Befragten hervor. Lediglich 0,37 bzw. 0,28 Prozent aller Befragten fallen nach SOGS-Klassifikation (South Oaks Gambling Screen) in diese Kategorien. 2019 lagen die entsprechenden Anteile bei 0,39 bzw. 0,34 Prozent. Die geringfügigen Unterschiede liegen im Bereich von Zufallsschwankungen. Über 95 Prozent der Befragten sind hingegen entweder unproblematische Spielerinnen und Spieler oder spielen gar nicht.

Wiederholungstudie für 2026 beauftragt

Dem VDAI ist die Fortsetzung dieser national einzigartigen und international herausragenden Untersuchung besonders wichtig. Nur durch Wiederholungsbefragungen können Entwicklungen im Glücksspielverhalten sowie Veränderungen des Anteils der Menschen mit einer Glücksspielstörung in Deutschland über einen langen Zeitraum wissenschaftlich valide aufgezeigt werden. Aus diesem Grund wurde der Glücksspielsurvey 2026 bereits beauftragt. Die Ergebnisse werden in der Jahresmitte erwartet.