Nachruf auf den BAV-Ehrenvorsitzenden Werner Strunz †
Uns hat die traurige Nachricht erreicht, dass der BAV-Ehrenvorsitzende Werner Strunz am 29. Juli 2026 im Alter von 88 Jahren in München-Allach friedlich entschlafen ist.
Der Bayerische Automaten-Verband notiert in seinem Rundschreiben in tiefer Trauer: „Mit Werner Strunz verliert der Bayerische Automaten-Verband e.V. eine herausragende Persönlichkeit, die den Verband über viele Jahrzehnte mit außergewöhnlichem Engagement, Weitblick und großer Verbundenheit geprägt hat. Sein unermüdlicher Einsatz für die Interessen unserer Branche sowie seine menschliche Art werden uns stets in dankbarer Erinnerung bleiben. Sein Wirken hat unseren Verband nachhaltig geprägt. Für seine Verdienste und seine langjährige Treue sind wir ihm zu tiefem Dank verpflichtet.“
Dazu die Worte: „Man sieht die Sonne untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.“
Dieser Werner Strunz war tatsächlich eine Sonne – für Familie, Freunde, Berufs- und Verbandskollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seine Menschlichkeit, Gelassenheit und vor allem sein Humor – verbunden mit absoluter Geradlinigkeit und Standfestigkeit – wärmten, ermutigten und inspirierten.
Wir selbst erlebten ihn im April 2008 bei einer Recherche für unsere Langzeitserie „Blitzbesuch“ einen Nachmittag lang als überaus fürsorglichen Senior-Firmenchef. „Ich bin glücklich, dass bei uns alle an einem Strang ziehen. Dieser familiäre Teamgeist ist für den unternehmerischen Erfolg entscheidend“, sagte er uns damals.
1963, im Alter von 25 Jahren, stieg der Bajuware in das Automatengeschäft mit den damals boomenden, knallgelben, heute ikonischen PEZ-Automaten ein. „In den ersten beiden Jahren konnte ich eintausend dieser Automaten aufstellen“, erinnerte sich Werner Strunz. Zum Leben reichte das damals noch nicht. So arbeitete der Automatenaufsteller zusätzlich in den Nachtstunden als Taxifahrer, um seine junge Familie über Wasser halten zu können.
Im Dezember 1966 erwarb Werner Strunz beim Bayerischen Automaten Großhandel in der Münchener Schellingstraße das erste Geldspielgerät für die Gastro-Aufstellung, einen Rotamint Lucky Twin. Und bereits im Olympiajahr 1972 wurde die erste eigene Spielstätte eröffnet. Mit einladender, einfallsreicher Innen- und Wohlfühlarchitektur – eines der lebenslangen Steckenpferde von Werner Strunz.
Das Unternehmen mit Sitz in Alling, westlich von München, schlug – nicht zuletzt auch dank der ebenfalls tatkräftigen zweiten Generation Gerhard Strunz und Petra Schultes und ihren Familien – einen dauerhaften Erfolgskurs ein. Heute ist mit dem Betriebswirt und Meister für Informationstechnik Andreas Strunz (32) bereits die dritte Generation in Verantwortung.
Viele Jahre engagierte sich Werner Strunz – wie übrigens auch Sohn Gerhard und Enkel Andreas – kraftvoll im Vorstand des Bayerischen Automaten-Verbandes. Davon sieben Jahre von 1995 bis 2002 als Vorsitzender.
„Das Feld ist bestellt. Es zählt die Zukunft, nicht die Vergangenheit. Und wir haben sehr gute junge Leute im Vorstand: Andy Meindl, Anton Schmid, Peter Hautmann und Thomas Kießling“, sagte im April 2002 der damals 64-Jährige während der Übergabe des Staffelstabes an Andy Meindl im Pschorr-Keller auf der Münchner Theresienhöhe.
Seine bescheidenen Worte damals: „Ich hoffe, dass ich künftig etwas mehr Zeit haben werde. Vielleicht fahre ich in den Urlaub. Auf alle Fälle möchte ich endlich einmal Tennis gegen Paul Gauselmann spielen.“
Noch einmal zurück zu der inspirierenden Begegnung im April 2008 im lichtdurchfluteten Firmendomizil in Alling. Dort stand ein weißer Flügel. Und wie wir hörten, feierte BAV-Ehrenvorsitzender Werner Strunz hier spontan dann und wann das Leben, musikalische Evergreens spielend. Darunter auch die ganz und gar zeitlose Hymne „What a Wonderful World“ von Louis Armstrong.
Gemeinsam mit den Hinterbliebenen und der großen BAV-Familie trauern wir um unseren unvergessenen Freund und Weggefährten Werner Strunz.