Erster Einzelhändler zahlt seinen Mitarbeitern Impf-Prämie

Als erstes Einzelhandelsunternehmen in Deutschland zahlt Edeka Nord seinen Mitarbeitern eine Prämie, wenn diese sich gegen Covid-19 impfen lassen.

Jeder Mitarbeiter, der sich impfen lassen, erhalte einen Einkaufsgutschein in Höhe von 50 Euro. „Dies ist ein weiterer Baustein unserer Corona-Maßnahmen“, sagt eine Edeka Nord-Sprecherin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Einzelhändler will damit seiner „Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachkommen und die Impfstrategie des Landes unterstützen“.

Vorreiter Edeka Nord in Deutschland – in den USA bereits gängige Praxis

Edeka Nord ist zwar der erste Einzelhändler in Deutschland, der eine Prämie oder einen Bonus zahlt, in den USA allerdings belohnen Discounter wie Lidl und Aldi bereits ihre geimpften Mitarbeiter mit 200 Dollar nach der Impfung (Lidl) beziehungsweise zwei Stundenlöhnen (Aldi).

Prämien in der Wissenschaft umstritten

Ob solche Prämien die Impfbereitschaft der Belegschaft erhöhen, ist umstritten. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung weist auf eine Studie von Forschern der Universität Erfurt aus dem Journal of Medical Ethics hin, die bei 1 300 in Deutschland repräsentativ befragten Menschen zeigte, dass die Bereitschaft bei einem Bonus von 25 bis 200 Euro nicht zunahm.

Eine andere Studie, die aktuell von Wissenschaftlern des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung publiziert wurde, hob hervor, dass sich 70 Prozent der Menschen ohne Belohnung impfen lassen wollen. Bei einer Vergütung von 100 Dollar sei dieser Wert um 4,5 Prozent, bei 500 Dollar sogar um 13,6 Prozent gestiegen. Bei einer Prämie von nur 20 Dollar sank hingegen die Impf-Bereitschaft um fünf Prozent. Den Wissenschaftlern zufolge würde eine solche geringe Prämie der moralischen Motivation untergraben.